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Tankrabatt: Diesel kostet wieder über zwei Euro – „Von Idioten für Idioten“

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Von: Patricia Huber

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Tankrabatt? Die Vergünstigung kommt beim Verbraucher kaum an.
Tankrabatt? Die Vergünstigung kommt beim Verbraucher kaum an. © Daniel Reinhardt / dpa

Der Tankrabatt sollte eigentlich die Verbraucher entlasten. Doch trotzdem erreichen die Spritpreise langsam wieder Rekord-Niveau.

München – Eigentlich sollte der Tankrabatt aus dem Entlastungspaket der Bundesregierung das Tanken für Autofahrer günstiger machen. Diesel sollte durch die Steuersenkung rund 17 Cent billiger werden. Beim Benzin sind es sogar 35 Cent. Doch der Rabatt kommt bei den Verbrauchern so gut wie gar nicht an.

Tankrabatt: Diesel wieder fast auf Rekord-Niveau

Jetzt kostet Diesel erstmals seit der Steuersenkung wieder mehr als zwei Euro im bundesweiten Tagesdurchschnitt. Für den Mittwoch (8. Juni) meldete der ADAC am Donnerstag einen Wert von 2,007 Euro pro Liter. Das sind 1,5 Cent mehr als am Vortag. Damit kostet der Kraftstoff mittlerweile schon wieder fast genauso viel, wie vor der Einführung des Rabatts am ersten Juni. Zum Preis des 31. Mai fehlten am Mittwoch nur noch 3,7 Cent. Die Entwicklung gehe in die absolut falsche Richtung, sagte ein ADAC-Sprecher. „Die Preise sollten runter, nicht rauf.“

Mit den steigenden Spritpreisen werden auch die Rufe nach einer sogenannten Übergewinnsteuer immer lauter. Mit der Einführung einer solchen Steuer müssten Firmen, die von der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Krise profitieren, mehr Steuern bezahlen. Die deutsche Bundesregierung ist jedoch gespalten: Während SPD und Grüne eine Übergewinnsteuer befürworten, bremst die FDP.

Tankrabatt: Social-Media-Nutzer wüten gegen Steuerverschwendung

An der Zapfsäule wird aber gerade jetzt deutlich, dass die Mineralölkonzerne die Situation massiv ausnutzen und deutlich Profit aus der Krise schlagen. Mit einer einmaligen Steuer auf Krisenprofite könnte die Bundesregierung diese Rendite umverteilen und für die Gesellschaft nutzen.

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In den sozialen Netzwerken herrscht Unmut über das Vorgehen der Mineralölkonzerne. Viele Social-Media-Nutzer werfen Finanzminister Christian Lindner (FDP) vor, mit dem Tankrabatt Steuergelder verschwendet zu haben. „Der Tankrabatt bedeutet primär einen Transfer von drei Milliarden Euro an Steuergeldern von Steuerzahlern in die Taschen der Mineralölkonzerne“, schreibt beispielsweise Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin auf Twitter. Ein anderer Twitter-Nutzer ärgert sich ebenfalls und schreibt: „Lasst die Deutschen durch Rekordpreise an der Tanke bluten. Sie haben es nicht anders verdient. Der Tankrabatt ist verpufft – von Idioten für Idioten.“ (ph/dpa)

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