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Ulrich Gehrmann steht seit Ende 2007 der Kontron AG vor.

Mini-Computer: Kontron spürt die Schuldenkrise

München - Minicomputer-Hersteller Kontron ist im vergangenen Geschäftsjahr in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Aber für dieses Jahr dämpft man die Erwartungen. 

Künstliche Intelligenz ist gefragt – ob im Maschinenbau, im Straßenverkehr, im Energiesektor, in der Medizintechnik oder in der Telekommunikation. Überall werden „elektronische Gehirne“ gebraucht. Das gab dem Hersteller dieser Minicomputer, der Kontron AG, Auftrieb: Das Tec-Dax-Unternehmen kehrte im vergangenen Geschäftsjahr in die schwarzen Zahlen zurück. Gemessen am Umsatz sei es sogar ein neuerliches Rekordjahr, sagte der Vorstandsvorsitzende, Ulrich Gehrmann, gestern in München. Doch dieses Jahr habe man es schwerer.

Die Schuldenkrise zwingt viele Regierungen zum Sparen und mit dem Kürzen der Budgets verkleinern oder verschieben sich Aufträge aus öffentlicher Hand etwa für Infrastruktur-Projekte. Statt 500 würden dann nur mehr 100 neue Züge gebaut, veranschaulichte Gehrmann. Das trifft indirekt auch Kontron als Zulieferer unter anderem für Steuerungstechnologie. Besonders im ersten Halbjahr rechnet der Kontron-Chef mit spürbarer Zurückhaltung. Die zweite Jahreshälfte dürfte besser laufen.

Kontron mit Firmensitz in Eching (bei Freising) ist weltweit in sieben Markt-Segmenten unterwegs, wobei auf die industrielle Fertigung und die Telekommunikation zusammen gut die Hälfte des Umsatzes entfallen. Zwölf Prozent steuerten 2011 staatliche Projekte bei. Die Gesamterlöse von Kontron kletterten um knapp 16 Prozent auf 589,6 Millionen Euro. „Damit sind wir ohne Zukäufe stärker gewachsen als der Markt“, sagte Gehrmann. Für das laufende Jahr prognostizierte er eine Spanne beim Umsatz von plus/minus drei Prozent.

Unterm Strich stand 2011 ein Gewinn von knapp 23 Millionen Euro, nach über 13 Millionen Euro Verlust im Jahr zuvor. Grund für den Ausrutscher in die roten Zahlen 2010 war ein Betrugsfall in Malaysia, der Kontron damals knapp 34 Millionen Euro gekostet hatte. Nun musste das Unternehmen nochmals über fünf Millionen Euro nachschießen. „Damit ist das Thema Malaysia aber erledigt“, stellte Finanzchef Jürgen Kaiser-Gerwens klar. Die Produktion simpler Module vor Ort habe man zudem verkauft. Deshalb sank die Zahl der Mitarbeiter um knapp 600 auf rund 2460.

Den Kontron-Aktionären will das Unternehmen 20 Cent je Aktie als Dividende anbieten, so viel wie bereits im vergangenen Jahr.

Von Stefanie Backs

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