Der Mini hängt selbst den Porsche 911 ab

Gebrauchtwagen-Index: - Die teuerste Fahrt mit einem Auto ist die vom Hof des Händlers. In der Praxis entscheidet die Modell-Wahl, ob ein Auto nach zwei Jahren ein Sechstel oder die Hälfte seines Neuwerts verloren hat. Das misst der Auto-Index "Sax" von Eurotax- Schwacke.

Vor wenigen Jahren war ein weiches Stoffdach die Garantie für den leichten und einträglichen Wiederverkauf. Jetzt ist der Star unter den Gebrauchtautos ein Kleinwagen.

Mini-Verlust

Als der Mini von BMW vor zwei Jahren einen Wiederverkaufswert von über 75 Prozent erreichte, konnte man das als Knappheitssymptom deuten. Knapp sind gebrauchte Minis nicht mehr. Doch seinen Vorsprung vor allen anderen Klassen hat der Flitzer aus Oxford sogar noch ausgebaut. Er bringt nach zwei Jahren 81,5 Prozent (Märzwerte 2007) seines Neupreises, 11 900 Euro. Ein Renault Clio kostet nach zwei Jahren 7000 Euro (63 Prozent), ein VW Polo 9700 Euro (65 Prozent).

Golf wieder vorn

Die Golf-Klasse kann wieder so heißen. Nachdem der kompakte Volkswagen mehrfach vom Audi A3 auf gleicher Konzern-Plattform verdrängt worden war, hat er jetzt den Spitzenplatz zurückerobert: 70 Prozent Werterhalt (Audi 68 Prozent). Wegen der höheren Preisbasis beim Audi ist der Kauf eines gebrauchten Golf (14 800 Euro) günstiger als der des Audi (15 800 Euro). Bemerkenswert ist der Aufstieg des Kellerkinds Opel Astra auf Platz 3: Werterhalt: (65 Prozent, 13 500 Euro).

Daimler wildert

Einst war die untere Mittelklasse die Domäne von Audi und BMW. Beide mussten sich Mercedes geschlagen geben. Die C-Klasse bringt nach zwei Jahren mit 20 000 Euro 69,9 Prozent des Neuwerts. Audi A4 (67,5 Prozent, 18 500 Euro), BMW 3er (64 Prozent, 16 800 Euro). Bei den Kombis ergibt sich bei etwas geringerem Wertverlust und höherem Preis die gleiche Rangfolge.

BMW schlägt zurück

Die obere Mittelklasse war einmal die Domäne von Mercedes. Doch die E-Klasse wird vom 5er BMW geschlagen. Dieser siegt mit 72,4 Prozent, knapp 28 000 Euro. Dahinter liegen Mercedes (67 Prozent, 24 800 Euro) und Audi A 6 (67 Prozent, 22 000 Euro). Bei den Kombis dieser Klasse wird der Audi sogar vom Volvo V70 auf Platz 4 verdrängt.

Luxus aus Japan

Die Japaner beherrschen die kleinen Klassen, die Deutschen haben bei den teureren Autos die Nase vorn. Das war einmal. Die S-Klasse von Mercedes, Audi A 8 und 7er BMW müssen sich dem Lexus geschlagen geben. Dieser kostet nach zwei Jahren 61,2 Prozent seines Neupreises, rund 44 000 Euro, Mercedes, BMW, Audi und Jaguar liegen als Zweijährige in einem engen Preisband zwischen 35 000 und 37 000 Euro und deutlich vor dem Schlusslicht VW Phaeton mit 29 000 Euro.

Viel Platz

Vans sind Vernunft-Fahrzeuge, bei denen die preisgünstigen Massenhersteller bislang punkten können. Dabei hat ihnen der Mercedes Viano den Rang ablaufen können. Er ist mit 66 Prozent klarer Sieger, kostet als Zweijähriger allerdings mehr als 22 000 Euro, während bei anderen Herstellern das gebrauchte Großraum-Vergnügen zwischen 15 000 und 20 000 Euro beginnt.

Weißblaues Duell

Im Gelände tobt nachwievor ein konzerninterner Wettkampf. Dabei hält der X3 von BMW (79,3 Prozent) den Spitzenplatz vor dem X5 (knapp 78 Prozent).

Frische Luft

Rund 70 Prozent seines Neupreises kostet ein Porsche. Während das 911er Cabrio damit seine Konkurrenten (Chevrolet Corvette und Jaguar XK) klar abhängt, muss der Boxster bei den Roadstern sich hinter den deutschen Konkurrenten Mercedes SLK (77,3 Prozent) und BMW Z 4 (72 Prozent) einreihen. Mit knapp 30 000 Euro ist der Porsche  aber teurer als ein Mercedes SLK (26 000 Euro) oder der Z4 von BMW (22 000 Euro).

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