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Ministerium erwägt Aufbau einer Erdgasreserve

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Berlin (dpa) - Angesichts des Kaukasus-Konflikts erwägt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), neben der Ölreserve auch eine nationale Gasreserve aufzubauen.

Zwar seien die Lieferanten von Gas und Öl wie Russland bisher sehr zuverlässig, doch laufe man Gefahr, sich einseitig abhängig zu machen mit steigenden Importen aus bestimmten Regionen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Freitag in Berlin. Allerdings würde diese Bevorratung den Gaspreis möglicherweise weiter in die Höhe treiben.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) geht indes davon aus, dass bei Gas bereits heute Versorgungssicherheit besteht. Wie ein BDEW-Sprecher am Freitag bekräftigte, gibt es in Deutschland 46 Untertage-Gasspeicher. Ihre Aufnahmekapazität betrage knapp 20 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas. Das entspreche "fast einem Viertel des 2007 in Deutschland verbrauchten Erdgases". Die deutsche Gasbranche verfüge damit über das größte Speichervolumen in Europa.

Nach Angaben der Sprecherin prüft das Wirtschaftsministerium derzeit in Gesprächen mit den Unternehmen sowie auf nationaler und internationaler Ebene, ob ein derartiges Krisenmanagement, ein Bevorratungssystem ähnlich wie bei Öl nötig sei. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete am Freitag, dass Glos vor dem Hintergrund des Kaukasus-Konflikts über solche Szenarien nachdenke. Vorbild sei die nach der ersten Ölkrise Mitte der 1970er Jahre angelegte Ölreserve, die die Versorgung für 90 Tage sichert.

Allerdings werde das Wirtschaftsministerium nicht alleine entscheiden, sagte die Sprecherin. Möglicherweise würden die Vorschläge im Rahmen des Öl- und Gas-Berichts demnächst dem Kabinett vorgelegt. Zurzeit werde über die Gasunternehmer eine gewisse Reserve vorgehalten. Dies funktioniere bisher "sehr zuverlässig". Gleichwohl müsse man prüfen, ob ein staatlicher Zugriff notwendig sei. Man müsse Vor- und Nachteile abwägen, zumal die Gaspreise mit dem Ausbau der Bevorratung steigen würden.

Laut BDEW investiert die Gaswirtschaft in Deutschland zurzeit verstärkt in den Bau und die Erweiterung von Speicheranlagen. 2008 sollen die Investitionen in Gasspeicher nach ersten Schätzungen um 30 Prozent auf 130 Millionen Euro steigen, wie der Verband erneut betonte. 2007 gaben die Unternehmen diesen Angaben zufolge rund 100 Millionen Euro für Speicheranlagen aus.

Dennoch rechnet der Außenhandelsverband für Mineralöl und Energie (AFME) laut "FAZ" damit, dass der Ausbau einer nationalen Gasreserve jährlich mit rund zwei Milliarden Euro zu Buche schlagen würde. Die Gaspreise würden sich in diesem Fall um etwa 0,18 Cent je Kilowattstunde verteuern. Eine E.ON-Ruhrgas-Sprecherin lehnte eine strategische Erdgasreserve ab, weil sie die Verbraucher unnötig belaste und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen einschränke. Die Verbraucher könnten sich auf die Lieferungen verlassen.

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