Mirow: Krise bei HRE nicht absehbar

Berlin - Die existenzbedrohende Krise bei der Immobilienbank HRE ist nach Angaben des früheren Finanzstaatssekretärs Thomas Mirow Anfang 2008 im Ministerium nicht absehbar gewesen.

Die Finanzaufsicht der BaFin habe keine entsprechenden Hinweise gegeben, sagte Mirow am Dienstag im Untersuchungsausschuss des Bundestages zu den Vorgängen um die Hypo Real Estate (HRE).

Zwar sei bekannt gewesen, dass die irische HRE-Tochter Depfa es mit ihrem Geschäftsmodell wegen der damaligen Entwicklung auf den Finanzmärkten schwer haben werde. Jedoch hätten sich die Finanzkennzahlen im Laufe des Frühjahres sogar verbessert, sagte Mirow, der bis Juni 2008 Staatssekretär war.

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Die HRE war im September 2008 an den Rand des finanziellen Zusammenbruchs geraten. Ausgelöst wurde die Situation durch die Depfa, die kurzfristig nicht genügend Mittel am Geldmarkt für das Tagesgeschäft leihen konnte. Die HRE wurde schließlich mit mehr als 100 Milliarden Euro gerettet. Heute ist sie fast vollständig in Bundeshand. Der Untersuchungsausschuss will die Vorgänge rund um den Beinahe- Zusammenbruch klären.

Befragt werden sollten am Dienstag auch der heutige HRE-Vorstandschef Axel Wieandt und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann . Ackermann war maßgeblich an den Verhandlungen über ein erstes Rettungspaketes für die HRE im September 2008 beteiligt.

dpa

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