Die Mischung macht's: Wie die Anlagen richtig aufgeteilt werden

- Ein gut strukturiertes Wertpapier-Depot ist die beste Voraussetzung für hohe Erträge. Wichtig ist dabei die so genannte Asset Allocation, das heißt, die Aufteilung des Kapitals auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Renten, Geldmarktwerte oder Immobilien. Immerhin entscheidet die Asset Allocation zu 80 Prozent über die Rendite, lediglich 20 Prozent sind auf die Auswahl einzelner Titel zurückzuführen, wie Berechnungen des Bad Homburger Instituts Feri ergeben haben.

"Es geht darum, in Märkte und Branchen mit guten Zukunftsperspektiven zu investieren und dann entsprechend der eigenen Risikobereitschaft die besten Werte auszuwählen", sagt Feri-Experte Thorsten Schilling. Um von den Chancen am Finanzmarkt zu profitieren, müsse man keineswegs Experte sein. "Anleger mit wenig Erfahrung sollten einfach einige gute Fonds auswählen und die Arbeit den Fondsmanagern überlassen", rät Schilling.

Doch vielen Anlegern ist das offenbar nicht geheuer. Nach einer Umfrage des Deutschen Derivate Instituts (DDI) halten 73 Prozent der Bundesbürger die reine Aktienanlage für sehr riskant, bei Zertifikaten und Aktienanleihen sind es 40 Prozent, bei Fonds 25 Prozent und selbst bei festverzinslichen Wertpapieren fürchtet jeder siebte Bundesbürger das Risiko.

Auf wie viel Rendite sicherheitsorientierte Anleger verzichten, belegt die aktuelle Statistik des Bundesverbandes Investment und Asset Management. Immerhin erzielten deutsche, europäische und internationale Aktienfonds in den vergangenen zwölf Monaten einen durchschnittlichen Wertzuwachs zwischen 8,6 und 14,8 Prozent. Ungeachtet der Börsenkrise vor fünf Jahren brachten beispielsweise internationale und europäische Aktienfonds in den vergangenen zehn Jahren eine jährliche Durchschnittsrendite von rund acht Prozent, gefolgt von deutschen Aktienfonds (7,7 Prozent) und internationalen Rentenfonds (7,1 Prozent).

Dennoch ist das Anlageverhalten der Deutschen weiterhin von Sicherheitsbedürfnis geprägt. Nach einer repräsentativen Umfrage des DDI setzen 75 Prozent bei ihrer Geldanlage auf das Sparbuch, gefolgt von der Lebensversicherung (48 Prozent), Immobilien (30 Prozent) und dem Bausparvertrag (26 Prozent). Und nur jeweils rund acht Prozent haben ihr Geld in Aktien beziehungsweise Aktienfonds angelegt.

"Kaum ein Anleger investiert sein Geld entsprechend seiner Lebenssituation und seiner Risikobereitschaft", sagt Karin Baur von der Zeitschrift "Finanztest". Wer sein Vermögen vermehren wolle, dem bleibe nur ein Investment in Aktien oder Aktienfonds. Auch sicherheitsorientierte Anleger könnten von den Aktienmärkten profitieren, indem sie Aktienfonds mit einer Festzinsanlage kombinieren. Dazu haben die Finanztest-Experten das Modell eines so genannten Garantiedepots entworfen, bei dem der Anleger durch den Mix von festverzinslichen Wertpapieren und Aktienfonds sein Verlustrisiko exakt bestimmen kann.

Wer sein Geld beispielsweise für zehn Jahre sicher anlegen will, dessen Depot kann bei einem jährlichen Festzins von 3,0 Prozent rund 25 Prozent Aktienfonds beinhalten. Bei dieser Mischung erhält er selbst beim vollständigen Verlust der Aktienfondsanteile das eingesetzte Kapital verzinst zurück. Rechnet der Anleger mit einem Verlust von 50 Prozent der Aktienfondsanteile, darf deren Anteil im Garantiedepot sogar 40 Prozent betragen. Die Rechenmodelle gelten jedoch nur, wenn die Anlagedauer eingehalten wird und man nicht vorher aussteigt.

"Anleger, die sehr langfristig planen, haben besonders gute Karten. Sie können eine hohe Aktienquote wählen, weil sie stärker vom Zinseszinseffekt profitieren und auch höhere Zinsen erhalten", sagt Baur. Zwar könne man sich beim Garantiedepot gegen den Totalverlust absichern, realistisch sei eine solche Annahme aber nicht. "Selbst die größten Pessimisten werden schwerlich einen weltweit anlegenden Aktienfonds finden, der Pleite gegangen ist", betont Baur.

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