Mitarbeiter von Pro-Sieben-Sat.1 zwischen Hoffen und Bangen

- München - Die 2700 Mitarbeiter des TV-Konzerns ProSieben-Sat.1 sehen die Übernahme durch Springer mit Hoffen und Bangen. "Jetzt ist die Katze wenigstens aus dem Sack", sagte ein Betriebsrat in München. Bei einer Übernahme sei immer ein Stellenabbau zu befürchten.

Allerdings hätten die Beschäftigten von Deutschlands größtem TV-Konzern in den vergangenen Jahren schon viel mitgemacht, daher hielten sich die Ängste in Grenzen. "Wir sind schon abgebrüht." Springer will die Senderkette für mehr als vier Milliarden Euro übernehmen. Vorstandschef Mathias Döpfner hatte sich schon bei der Verkündung bemüht, mögliche Ängste zu zerstreuen. So solle es keine großen Veränderungen in den Führungsetagen geben. "Wir wären wirklich verrückt, wenn wir an dieser Erfolgsmannschaft etwas verändern würden." Der belgische Pro-Sieben-Sat.1-Vorstandschef Guillaume de Posch wies auf bereits bestehende Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Unternehmen hin.

Auch das Gros der Beschäftigten muss sich laut Springer keine Sorgen machen. "Es ist kein Stellenabbau geplant", sagte eine Konzernsprecherin. Dem Verlag gehe es um Wachstums- und nicht um Kostensynergien. Beide Unternehmen seien bereits sehr schlank aufgestellt. Wegfallen könnten einige Stellen in den Zentralabteilungen, zum Beispiel in den Verwaltungs- und Finanzabteilungen. Der große Vorteil aus Sicht der Münchner ist, dass Springer bisher praktisch keine Fernsehaktivitäten im Portfolio hatte und so weitgehend auf die Expertise von Pro-Sieben-Sat.1 angewiesen ist.

In der Medienbranche gibt es offenbar erheblichen Widerstand gegen die Übernahme der Pro-Sieben-Sat.1 Media AG durch Springer. Die Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck will nach einem Bericht der "SZ" beim Bundeskartellamt gegen das Milliardengeschäft vorgehen. Hier entstehe eine "große Medienmacht sowohl publizistisch als auch auf den Werbemärkten", sagte der Holtzbrinck-Geschäftsführer Michael Grabner. Das sei nicht nur für Holtzbrinck ein Thema, sondern für die gesamte Medienbranche. Auch die ARD wolle beim Kartellamt gegen Springer Stellung beziehen.

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