Vom Mittelständler zum Weltkonzern

- München - Eine illustre Versammlung von Repräsentanten Bayerns und Freunden war es, die im Haus der Kunst den Stabwechsel in der Führung der Süd-Chemie AG begleitete. Karl Wamsler, mit 42 Dienstjahren als Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratschef "Mister Süd-Chemie" schlechthin, hatte eingeladen anlässlich der Verabschiedung des Vorstandsvorsitzenden, Jürgen Friedrich Kammer, und der Einführung seines Nachfolgers, Günter von Au.

<P>Kammer, der jetzt den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt, würdigte Karl Wamsler als den Mann, unter dessen Führung Süd-Chemie sich vom bayerischen Mittelständler zum Weltunternehmen mit einem Milliarden-Umsatz entwickelt hat. Mit Humor und Gelassenheit, Skepsis und Weltläufigkeit habe Wamsler Freunde in allen Ebenen des Konzerns gewonnen. Der künftige Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrates habe sich um die Süd-Chemie wie kein Anderer verdient gemacht. Der neue Konzernchef, Günter von Au, war für die Süd-Chemie in Brasilien tätig, vorher war er 21 Jahre bei Wacker Chemie. </P><P>Wissenschaftsminister Thomas Goppel hat es leicht als Schlussredner, den Anteil der bayerischen Wirtschaftspolitik am Erfolg der Süd-Chemie hervorzuheben, nachdem Kammer bereits gesagt hatte, es sei eine Freude für einen Unternehmensleiter in Bayern zu arbeiten! Gleichwohl wurde deutlich, dass der Erfolg der Süd-Chemie ohne den Ausbau der internationalen Präsenz in vielen Ländern undenkbar gewesen wäre. Die Globalisierung der Wirtschaft ist nicht die Erfindung ehrgeiziger Unternehmensführer, sondern unausweichlich geworden aufgrund der Quantensprünge, die wir bei der digitalen Kommunikation erlebt haben. </P><P>Günter von Au wies darauf hin, dass im Jahr 2003 von den weltweiten Neuinvestitionen der Wirtschaft 29 % in China und 31 % im Mittleren Osten erfolgt sind. Deutschland ist dagegen seit Jahren zurückgefallen, obwohl die deutsche Chemie in früheren Jahrzehnten eine globale Erfolgsstory war. Schließlich stand auch die Wiege dieser segensreichen Industrie in Deutschland und der bayerische Chemiker Justus von Liebig ist einer der Gründer der Süd-Chemie vor 150 Jahren gewesen. "Jeder Misserfolg hat seine Gründe, aber jeder Erfolg hat sein Geheimnis" _ im Falle der Süd-Chemie ist es das menschliche Zusammenwirken zwischen Aufsichtsrat, Vorstand, Arbeitnehmervertretern, Mitarbeitern und Aktionärsvertretern in diesem unverändert im Privatbesitz befindlichen Unternehmen.</P><P>Karl Wamsler wünschte in seiner sehr persönlichen Rede dem Land und seinen Politikern Standhaftigkeit und Weitsicht, Verstand und Vernunft statt Populismus und Ideologie. Wamsler, der mit seinem Ziehsohn Kammer schon zu Fuß von Wien nach Nizza über die Alpen gewandert ist, ist ein hervorragendes Beispiel für diese Art der Unternehmensführung mit "Herz und Verstand", die im politischen Handeln so oft vermisst wird.</P>

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