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Im bayerischen Mittelstand geht es laut des Bundes der Selbständigen in Bayern bergauf.

Mittelstand in Hochstimmung

München - Die Stimmung im bayerischen Mittelstand ist dank der kräftigen Konjunkturerholung so gut wie seit drei Jahren nicht mehr. Dennoch gibt es Sorgen um den Fachkräftemangel.

Das ergab der aktuelle Stimmungstest des Bundes der Selbständigen in Bayern (BDS). Demnach erreichte der Geschäftsklimaindex mit plus 22 Punkten den höchsten Wert seit Winter 2006/07, wie BDS-Präsident Ingolf Brauner der Nachrichtenagentur dpa in München sagte. “Vor allem die Geschäftslage der exportorientierten Firmen ist deutlich besser.“ Dagegen hinke die Binnennachfrage noch etwas hinterher.

An der Umfrage hatten sich von Mitte Juli bis Mitte August gut 1000 Mitgliedsunternehmen aller Branchen beteiligt und neben ihrer derzeitigen Geschäftslage auch ihre Zukunftsaussichten sowie die Entwicklung ihrer Mitarbeiterzahl eingeschätzt. Je nach Unternehmensgröße fielen die Urteile dabei unterschiedlich aus, sagte Brauner. “Größere Firmen entwickeln sich wesentlich positiver als kleinere.“ Auch hier machten sich die besseren Exportchancen bemerkbar.

Zugleich berichteten Ausbildungsbetriebe im Schnitt über eine bessere Geschäftslage als solche, die nicht ausbilden. “Die schauen nach vorn“, sagte Brauner. Solche Unternehmen seien aber auch meist etwas größer und näher an der Industrie, die derzeit stark von der Konjunkturerholung profitiert. Auch die Zukunftserwartungen der Mittelständler hätten sich deutlich aufgehellt. Mit einem Wert von plus 29 Punkten sind sie fast wieder auf das Niveau aus der Zeit vor der Finanz- und Wirtschaftskrise zurückgekehrt, wie Brauner sagte.

Auffällig dabei: Mehr als die Hälfte der Unternehmen (57 Prozent) sieht für die kommenden Monate eine stabile Geschäftsentwicklung, das sind ähnlich viele wie bei den vorangegangenen Umfragen. “Die Hälfte der Wirtschaft hängt eigentlich nicht von der Konjunktur ab“, sagte Brauner. Gerade Handwerksbetriebe wie Bäcker oder Metzger sowie Dienstleistungen aus der Grundversorgung spürten kaum krisenbedingte Ausschläge. Weitaus härter habe es dagegen investitionsintensive Branchen wie Automobilzulieferer und Maschinenbauer getroffen.

Die kräftige Erholung spiegelt sich auch in den Beschäftigungsplänen der Mittelständler wider. Mit einem Wert von plus 8 erreichte der entsprechende Index Rekordniveau. Erstmals seit dem Winter 2007/08 dürfte damit die Mitarbeiterzahl im bayerischen Mittelstand wieder steigen. Brauner sieht die Entwicklung aber nicht ohne Sorge. Schon jetzt suchten manche Unternehmen nicht nur händeringend nach Fachkräften, sondern auch nach Auszubildenden.

“Die demografische Entwicklung ist für uns eines der nächsten Sorgenkinder“, sagte der BDS-Präsident. Deshalb müssten auch die Themen Zuwanderung und das Halten von Spitzenkräften in Deutschland auf die Agenda. Das bayerische Handwerk beispielsweise habe die Zeichen der Zeit erkannt und spreche über spezielle Berater Migrantenkinder an. “Die haben kapiert, wo es hinläuft“, sagte Brauner.

dpa

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