Mittelstand investiert: Auf breiter Front entstehen neue Arbeitsplätze

- Frankfurt - Die mittelständische Wirtschaft strotzt vor Zuversicht und will noch in diesem Jahr auf breiter Front neue Stellen schaffen. Wie die DZ Bank am Mittwoch auf Basis ihrer Mittelstandsumfrage 2007 berichtete, wollen fast 30 Prozent der befragten rund 1500 Unternehmen in den nächsten sechs Monaten ihren Personalstand aufstocken.

Damit seien die Beschäftigungsplanungen im Mittelstand "jetzt so expansiv wie nie seit Bestehen unserer Umfrage", die im Herbst 1995 erstmals vorgenommen wurde.

"Wir können für das Jahr 2007 demnach mit einem Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Beschäftigung um mehr als 1,5 Prozent rechnen - doppelt so viel wie im vergangenen Jahr", hieß es dazu in der DZ-Bank-Studie. Vor allem in der Metall- und Elektroindustrie seien die Aussichten günstig.

So planten in der Metallbranche 40 Prozent der Unternehmen einen Personalaufbau, nur 7 Prozent wollten demnach Stellen abbauen. In der Elektrobranche gaben 38 Prozent an, die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu planen, 5 Prozent sprachen hingegen von Abbau. In der Baubranche wiederum wollten netto 15 Prozent der Unternehmen Personal aufstocken, im letzten Frühjahr seien dies nur 3 Prozent gewesen.

Die Stimmung im Mittelstand hat der Bank zufolge sowohl in den Fragen Wirtschaftslage als auch Wirtschaftsentwicklung einen weiteren Spitzenwert erreicht. "84 Prozent der befragten Unternehmen stufen im Frühjahr 2007 ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut ein." Das sei das höchste Ergebnis seit Bestehen der Umfrage im Herbst 1995. Die überwiegende Mehrheit der Mittelständler erwarte, dass sich die gute Konjunkturlage in den nächsten sechs Monaten fortsetzen oder sogar noch verbessern werde.

Die Ergebnisse der Umfrage lassen der DZ-Bank zufolge hoffen, dass der schon seit einigen Monaten kräftige Zuwachs der Beschäftigung sich sogar noch beschleunigen werde. "Damit erscheint jetzt möglich, was in den Jahren der Nachfrageschwäche als unerreichbar galt: Die Konsumnachfrage kann steigen, ohne dass die Verbraucher gegen die eigene Einsicht dazu überredet werden müssten, weniger zu sparen."

Die verfügbaren Einkommen könnten steigen, und das, ohne dass die Tariflöhne über den verteilbaren Produktivitätszuwachs hinaus erhöht würden, heißt es in der Untersuchung weiter. "Damit kann der Konjunkturmotor endlich rund laufen, und die Wachstumsbeiträge der Nachfragekomponenten Exporte, Investitionen und Konsum kommen in ein gesunderes Verhältnis, der Aufschwung kann selbsttragend werden."

Auch der Auftragseingang in der deutschen Industrie hat sich im Februar durch Auslandorders wieder deutlich erholt. Insgesamt gab es binnen Monatsfrist preis- und saisonbereinigt einen Zuwachs von 3,9 Prozent, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Im Januar hatte es noch einen - nachträglich aufwärts revidierten - Rückgang um 0,3 Prozent gegeben. Zunächst war ein Minus von 1,0 Prozent ermittelt worden.

Im von Schwankungen weniger beeinflussten Zweimonatsvergleich (Januar/Februar gegen November/Dezember) erhöhten sich die Ordereingänge um 1,9 Prozent: Beim Auslandsgeschäft um 2,4 Prozent, die Inlandsbestellungen um 1,4 Prozent. In diesem Zeitraum war die Belebung von ausländischen Investitionsgüter-Aufträgen (plus 4,0 Prozent) getragen. Die Auftragseingänge bei den Herstellern von Konsumgütern stagnierten dagegen.

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