Mittelstand hat Konjunkturwende geschafft

- München - Der deutsche Mittelstand hat die Konjunkturwende bereits geschafft. Die Einschätzung der Geschäftslage und die Erwartungen für die Zukunft bei den Unternehmen verbesserten sich deutlich im Vergleich zum Frühjahr 2003. Dies ergab eine Umfrage des genossenschaftlichen Spitzeninstitutes DZ Bank. Ein Ende des Personalabbaus bei Deutschlands wichtigstem Arbeitgeber ist allerdings nicht in Sicht.

<P>"Die prognostizierte Belebung ist jetzt nicht mehr nur ein Hoffnungswert, sondern sie ist im Mittelstand auf breiter Basis schon sichtbar", sagte der Leiter Volkswirtschaft, Hans Jäckel. 55 Prozent der Firmen beurteilten die Lage als gut oder sehr gut. Dies waren acht Prozentpunkte mehr als im Frühjahr. Damit habe sich die Situation überraschend stark verbessert, betonte Jäckel. Auch die Zahl der Betriebe, die ihre Geschäfte als schlecht oder eher schlecht bezeichneten, verringerte sich deutlich von 52 auf 44 Prozent.<BR><BR>Bei den Erwartungen macht sich ebenfalls Optimismus breit. Mit einer Verbesserung der Umsätze rechnen 38 Prozent - das sind zehn Prozentpunkte mehr als zu Jahresbeginn. Nur noch 14 (23) Prozent erwarten eine Verschlechterung. Am besten geht es der Chemiebranche, kritisch bleibt es für Bau- und Landwirtschaft.<BR><BR>Fast jeder 4. Mittelständler plant, im nächsten Jahr weitere Stellen zu streichen. In Ostdeutschland sind es sogar 29 Prozent. Das von der DZ Bank prognostizierte Wirtschaftswachstum für 2004 von 1,7 Prozent wird nach Ansicht von Jäckel erst mit zeitlicher Verzögerung für mehr Jobs sorgen.<BR><BR>Immer mehr Mittelständler wandern ins Ausland ab. Jeder 10. Betrieb hat bereits Produktionsstätten außerhalb Deutschlands. In naher Zukunft planen zudem vier Prozent der befragten Unternehmen eine weitere Verlagerung. Dies zieht allerdings nicht zwangsläufig den Verlust von Arbeitsplätzen im Inland nach sich. Die dadurch verbesserte Wettbewerbsfähigkeit hat immerhin bei mehr als einem Drittel zu mehr Beschäftigung geführt.<BR><BR>Zusätzlichen Schwung erwarten die Mittelständler durch die anstehende Erweiterung der Europäischen Union. Vor allem in Polen und der Tschechischen Republik sehen sie attraktive Absatz- und Beschaffungsmärkte. Dementsprechend sieht jeder Zweite durch die Vergrößerung der EU Vorteile, 30 Prozent eher Nachteile für die Geschäfte.<BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lokführergewerkschaft will Alkoholverbot in Bordrestaurants
Heilbronn - Auf Gewalt und Aggressionen treffen Bahn-Mitarbeiter bei ihrer Arbeit fast jeden Tag. Oft liegt es an alkoholisierten Fahrgästen. Die Gewerkschaft der …
Lokführergewerkschaft will Alkoholverbot in Bordrestaurants
Volkswirte: Arbeitsmarkt trotz Risiken vorerst stabil
Im Februar herrscht auf dem Arbeitsmarkt in der Regel Winterpause - Experten rechnen diesmal allenfalls mit einem leichten Rückgang der Erwerbslosenzahl. Im …
Volkswirte: Arbeitsmarkt trotz Risiken vorerst stabil
Textilkonferenz in Dhaka: Katerlaune statt Feierstimmung
Bangladesch hat zuletzt viele Fortschritte bei der Sicherheit seiner Textilarbeiter gemacht. Auf einem Gipfel sollten sie diskutiert werden. Doch ein anderer Konflikt …
Textilkonferenz in Dhaka: Katerlaune statt Feierstimmung
Arbeiternehmervertreter in Sorge um Jobs bei Stada
Bad Vilbel - Um Stada ringen derzeit drei Finanzinvestoren. Schon in wenigen Tagen könnte sich entscheiden, ob der Arzneimittelhersteller eigenständig bleibt. …
Arbeiternehmervertreter in Sorge um Jobs bei Stada

Kommentare