+
Teile einer Schiffsschraube werden in der Mecklenburger Metallguss GmbH in Waren für die Auslieferung an einen Kunden vorbereitet. Foto: Jens Büttner/Archiv

Studie

Mittelstand plant mehr Investitionen und neue Jobs

Von goldenen Zeiten ist die Rede, das "Mittelstandsbarometer" zeigt neue Rekordwerte. Stimmung und Aussichten sind gut, aber nicht überall gleich gut. Und große Sorgen gibt es auch.

Stuttgart (dpa) - Gut jedes dritte mittelständische Unternehmen in Deutschland will einer Studie zufolge in den kommenden Monaten mehr Geld investieren und neue Mitarbeiter einstellen.

Für Investitionsbereitschaft und Beschäftigungsdynamik seien im ersten Halbjahr 2018 Rekordwerte zu erwarten, heißt es im aktuellen "Mittelstandsbarometer" des Beratungsunternehmens Ernst & Young, das am Donnerstag in Stuttgart veröffentlicht wurde.

61 Prozent der dafür befragten Mittelständler bewerten ihre aktuelle Lage als gut. Das ist der höchste Wert seit der ersten Auflage der Studie im Jahr 2004. Etwa gleich viele gehen zudem von steigenden Umsätzen in diesem Jahr aus.

"Der deutsche Mittelstand erlebt derzeit goldene Zeiten", sagte Michael Marbler, der bei Ernst & Young den entsprechenden Bereich verantwortet. Der private Konsum beflügele den Handel, die steigende Nachfrage nach Investitionsgütern gebe dem Maschinenbau Auftrieb. Und auch aus Ländern wie Frankreich, Spanien oder Italien kämen wieder mehr Aufträge, sagte Marbler.

35 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, ihre Investitionen etwa in Maschinen oder Gebäude im ersten Halbjahr 2018 steigern zu wollen. Einen höheren Anteil hatte es zuletzt 2007 gegeben. Nur 6 Prozent wollen weniger investieren als zuvor. Zusätzliche Mitarbeiter wollen 36 Prozent der Betriebe einstellen - der höchste Wert überhaupt bisher. Nur bei 8 Prozent soll die Zahl der Beschäftigten sinken.

"Viele Unternehmen müssen neue Stellen schaffen, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können", sagte Marbler. "Die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt dürfte sich daher im Jahr 2018 fortsetzen - und die ohnehin bestehenden Engpässe bei der Rekrutierung von Mitarbeitern noch verschärfen." Einen Mangel an Fachkräften sehen auch die befragten Unternehmen als größte und vor allem weiter wachsende Gefahr für 2018. Dahinter folgen die Entwicklung der Rohstoffpreise und die Gefahr durch einen härter werdenden Wettbewerb. Sorgen um die Konjunktur haben nachgelassen.

Auch wenn sie insgesamt positiv sind, fallen die Ergebnisse nicht überall gleich aus. In Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg etwa beurteilen die Mittelständler ihre Situation überdurchschnittlich gut. Vor allem in Rheinland-Pfalz ist die Stimmung dagegen deutlich gedämpfter als anderswo. Und auch zwischen den einzelnen Branchen gibt es Unterschiede. Große Zufriedenheit herrscht vor allem in der Chemie- und Pharma-Branche, aber auch im Auto- und im Maschinenbau. Finanzdienstleister und die Ernährungsbranche hingegen beurteilen die Lage weniger gut.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EU bereitet Maßnahmen gegen mögliche US-Autozölle vor
Verhängen die USA im Handelsstreit mit der EU hohe Sonderzölle auf Autos? Diese Frage sorgt seit Monaten für Nervosität - vor allem Deutschland bangt wegen seiner großen …
EU bereitet Maßnahmen gegen mögliche US-Autozölle vor
Dax weitet Verluste aus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag seine Verluste ausgeweitet. Zum Handelsschluss blieb der deutsche Leitindex mit einem Minus von 0,62 Prozent auf …
Dax weitet Verluste aus
Zinsmanipulation: Ex-Händler Bittar muss in Haft
Ein ehemaliger Händler der Deutschen Bank hatte ein Geständnis abgelegt und konnte deshalb auf Strafminderung hoffen. Er habe Bestätigung daraus gezogen, "das System …
Zinsmanipulation: Ex-Händler Bittar muss in Haft
Comcast gibt im Bieterkampf um Fox-Übernahme auf
Philadelphia (dpa) - Der US-Kabelkonzern Comcast gibt sich im Wettbieten mit Disney um große Teile von Rupert Murdochs Medienimperium 21st Century Fox geschlagen.
Comcast gibt im Bieterkampf um Fox-Übernahme auf

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.