Mittelstand und Unis sind Wirtschaftsmotoren

- München - Mittelständische Betriebe und innovative Universitätsabsolventen sind entscheidende Faktoren des Wirtschaftsstandorts Bayern. Davon zeigten sich die rund 1100 Unternehmer sowie Noch-Wirtschaftsminister Otto Wiesheu beim Tag der Selbstständigen in Bayern überzeugt. Doch zuvor müsse der Gesetzgeber Bürokratie abbauen und steuerliche Anreize für Mittelständler schaffen, forderte Fritz Wickenhäuser, Präsident des Bundes der Selbständigen.

Wie Wickenhäuser sagte, kann Bürokratie die wirtschaftliche und betriebliche Evolution verhindern. Unisono mit Wiesheu ("Bürokratie hält nur von der Arbeit ab.") verlangte er nach einer verminderten Steuer auf Gewinne, die in den Betrieb zurückfließen. "Dieses Geld sichert Arbeitsplätze", erklärte Wickenhäuser. Wie Wiesheu ergänzte, müssten, um Existenzgründungen voranzutreiben, Rahmenbedingungen wie Steuern, Lohnberechnung und Tarife an den kleinen Betrieben ausgerichtet werden und nicht an den Konzernen.

Als Erfolg verbuchten Wickenhäuser und Wiesheu die geänderte Erbschaftssteuer. Laut Wiesheu steht nun im Koalitionsvertrag, dass, wenn Eltern den Betrieb ihren Kindern vererben, eine Besteuerung entfällt, wenn die Firma danach zehn Jahre lang weitergeführt wurde.

Als entscheidenden Hebel für das Wachstum von Volks- und Marktwirtschaft bezeichnete Wolfgang Herrmann, Präsident der TU München, die Bildungspolitik. Technische Erfindungen von Universitäten und Hochschulabsolventen würden Arbeitsplätze am Standort Bayern sichern und schaffen. Um im internationalen Bildungswettbewerb an der Spitze zu sein, müssten Professoren immer mehr als Unternehmer und Universitäten als "wissenschaftsgetriebene Unternehmen" handeln. Mit der UnternehmerTUM GmbH versuche die Münchner Uni, den Studenten "Unternehmergeist einzupflanzen und zu fördern", so Herrmann. Das Angebot soll den Studenten Unternehmer-Kompetenzen sowie ein wirtschaftliches Grundverständnis vermitteln.

Damit die Mittelstandsbetriebe nicht an ihren Kunden vorbei produzieren, berichtete Motivforscherin Helene Karmasin über das künftige Konsumentenverhalten. Ein Anbieter müsse drei Dinge vermitteln: Leistung, Innovation und Individualität. Die Menschen würden künftig Vernunft und Vertrauen in den Mittelpunkt der Kaufentscheidungen rücken und sich von "naivem und gierigem Konsum" abwenden.

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