Mittelstands-Brauer fürchten um die Bierkultur

- München - Mittelständische Brauer aus Deutschland und Österreich warnen vor einem Verlust der Bierkultur durch das massive Auftreten internationaler Bierkonzerne. "Mit Besorgnis registrieren wir Konzentration und Globalisierung im Biermarkt", sagte Christoph Barre, Sprecher der Initiative "Die Freien Brauer", der 35 mittelständische Betriebe angehören. In Deutschland seien bereits zwei Drittel des Marktes in Händen von Großkonzernen. "Die aktuelle Entwicklung ist mittelstandsfeindlich und bedroht die Sortenvielfalt", warnte Barre.

Die Initiative geht auf den Verbund "Deutsche Brau-Kooperation" zurück, innerhalb derer die Unternehmen insbesondere beim Einkauf zusammenarrbeiten. Nun sehe man sich gedrängt, an die Öffentlichkeit zu gehen. "Die Konzentration wird weitergehen, wenn man sich nicht dagegen wehrt", erklärte Georg Schneider von der Weißbierbrauerei Schneider.

Man engagiere sich "aus Verantwortung als regionaler Arbeitgeber, Ausbildungs- und Nachwuchsförderer für den Erhalt einer gesunden regionalen Wirtschaftsstruktur und damit aktiv für den Standort Deutschland". Als Beispiel für den Verlust von Identität und Tradition nannte er, dass der weltgrößte Brauer, der belgische Konzern Inbev, an seinem Bremer Standort ein traditionelles Pferdegespann aus Kostengründen abgeschafft habe. Die unabhängigen Unternehmer bewahrten dagegen Werte. "Es ist nicht alles Kommerz, Rendite und Dividende."

Auch für die mittelständischen Brauereien sei die Ertragslage allerdings dünn geworden. "Kostenmanagement ist angesagt." Deshalb erwägen die Betriebe der Brau-Kooperation, in weiteren Bereichen zusammenzuarbeiten. Dies könne auch zu gemeinsamen Vertriebslösungen führen. Zudem werde über eine Werbekampagne für freies Unternehmertum und Biervielfalt nachgedacht, hieß es.

Die Brau-Kooperation wurde 1969 gegründet. Zu den Mitgliedsbetrieben zählen heute 35 Brauereien zwischen Schleswig-Holstein und Kärnten.

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