+
41,7 Milliarden Euro sind 2007 für Arzneimittel ausgegeben worden.

252,8 Milliarden Euro für die Gesundheit

Wiesbaden - Die Ausgaben für Gesundheit wachsen weiter. Insgesamt wurden 2007 in Deutschland 252,8 Milliarden Euro für Güter und Leistungen im Gesundheitswesen ausgegeben. Das sind über zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Viel mehr Schutzimpfungen und deutlich mehr Geld für Arzneimittel haben 2007 die Gesundheitsausgaben in Deutschland weiter ansteigen lassen. Die Statistiker führen das vor allem auf die Schutzimpfungen zurück, die seit 2007 von den gesetzlichen Kassen bezahlt werden. Auch die Kosten für Arzneimittel sind mit fünf Prozent überdurchschnittlich auf 41,7 Milliarden Euro angewachsen.

Um drei Prozent sind die Ausgaben im Gesundheitswesen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Nach einem vorübergehenden Einschnitt durch die Gesundheitsreform der damaligen rot-grünen Bundesregierung von 2003 wuchsen die Gesundheitsausgaben damit das dritte Jahr in Folge wieder an. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt, also den Wert aller in einem Jahr im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen, nahm der Anteil der Gesundheitsleistungen seit dem bisherigen Höchststand von 10,8 Prozent 2003 allerdings weiter ab und zwar auf 10,4 Prozent.

2009 könnte sich der Trend umkehren

Die Wirtschaftsleistung stieg 2007 also stärker als die Gesundheitsausgaben, wie Michael Müller vom Statistischen Bundesamt  erklärte. Im laufenden Jahr 2009 könnte sich dieser Trend nach seiner Einschätzung umkehren.

Überdurchschnittlich mehr gaben 2007 sowohl die gesetzlichen (145,4 Milliarden Euro) als auch die privaten Krankenversicherungen (23,5 Milliarden Euro) mit plus vier beziehungsweise plus 4,3 Prozent aus. Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck steigerten ihre Ausgaben dagegen nur um 1,8 Prozent auf 34,1 Milliarden Euro.

Überdurchschnittliche Ausgabenanstiege, nämlich um plus 8,9 Prozent, gab es 2007 bei den Leistungen der Prävention und des Gesundheitsschutzes, die auf insgesamt 10,1 Milliarden Euro anwuchsen.

Ambulante Einrichtungen bekamen erneut fast die Hälfte des Geldes (49,2 Prozent). Die Ausgaben für sie stiegen um 4,9 Prozent auf 124,4 Milliarden Euro. Vom Ausgabenvolumen her betrachtet waren Arztpraxen (38,4 Milliarden Euro) und Apotheken (36,4 Milliarden Euro) die bedeutsamsten ambulanten Einrichtungen. Den prozentual stärksten Anstieg hatten mit 6,7 Prozent (plus 500 Millionen Euro) die Einrichtungen der ambulanten Pflege zu verzeichnen, für deren Leistungen Ausgaben in Höhe von 7,9 Milliarden Euro anfielen. Im (teil-)stationären Sektor wurden mit 91,8 Milliarden Euro 1,7 Prozent mehr aufgewendet als im Jahr 2006. Den größten Anteil bekommen Krankenhäuser (64,6 Milliarden Euro).

(ap/dpa)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Dax bleibt lethargisch
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax präsentiert sich schwerfällig. Die Flut von Unternehmenszahlen in den kommenden Tagen sowie die am Donnerstag anstehende Sitzung der …
Der Dax bleibt lethargisch
Große Pläne: Netflix will sich hunderte Millionen am Kapitalmarkt holen
Serien und Filme sind nicht billig in der Herstellung. Der Streamingdienst Netflix will sich nun frisches Geld holen. Und das nicht zu knapp.
Große Pläne: Netflix will sich hunderte Millionen am Kapitalmarkt holen
BASF erzielt dank Basischemikalien erneut Gewinnsprung
Für den Chemieriesen läuft es dank eines starken Geschäfts mit Chemikalien für viele Alltagsprodukte rund. In den anderen Sparten gibt es hingegen Rückschläge.
BASF erzielt dank Basischemikalien erneut Gewinnsprung
EU-Länder einigen sich auf neue Regeln gegen Sozialdumping
Frankreichs Präsident Macron jubelt: Er hat sich besonders für eine Reform der Entsenderichtlinie eingesetzt - jetzt ist sie auf den Weg gebracht.
EU-Länder einigen sich auf neue Regeln gegen Sozialdumping

Kommentare