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Die Angst vor der Schweinegrippe hat Aktienkurse weltweit sinken lassen.

Angst vor Schweinegrippe schickt Aktienmärkte auf Talfahrt

Frankfurt - Die Angst vor einer Ausbreitung der Schweinegrippe hat die ohnehin nervösen Aktienmärkte weltweit erneut auf Talfahrt geschickt.

An den asiatischen Märkten kam es am Montag teilweise zu deutlichen Verlusten. Auch in London, Paris und Frankfurt gaben die Kurse nach. Vor allem Luftfahrt- und Tourismuswerte gerieten unter Druck. Der deutsche Leitindex DAX fiel im Mittagshandel um fast anderthalb Prozent und hielt sich bei knapp über 4600 Punkten. Der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 sank um 1,53 Prozent auf 2284,32 Zähler.

Die Lage erinnere an den Ausbruch der Lungenkrankheit Sars 2003, hieß es aus dem Handel. Damals traf es gerade die Aktien der Touristikunternehmen und Fluggesellschaften. Sie gerieten tief in die Verlustzone, weil viele Geschäftsleute und Urlauber auf Flugreisen in die betroffenen Weltregionen verzichteten.

Nach den Berichten über die Ausweitung der Schweinegrippe traf es nun wiederum zunächst die Schwergewichte der Luftfahrt und Reisebranche. Der Aktienkurs von TUI fiel zeitweilig um 6,85 Prozent auf 7,48 Euro. Der Konzern beschloss als Reaktion auf den Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko, bis einschließlich 4. Mai keine Reisen nach Mexiko-Stadt mehr durchzuführen. Auch bei Rundreisen werde die Stadt innerhalb der nächsten Woche nicht mehr angesteuert. Für die Papiere von Air Berlin ging es um 4,50 Prozent auf 3,82 Euro nach unten.

Die Kurse der großen europäischen Fluggesellschaften British Airways, Air France/KlM und die spanische Iberia verloren sogar mehr als 7 Prozent. Lufthansa-Aktien fielen bereinigt um den Dividendenabschlag zeitweilig um 2,91 Prozent.

“Die Angst vor einer weltweiten Pandemie dürfte die globale Rezession weiter verschärfen“, fürchtet Daniel Chan, Senior Investmentstratege bei DBS Bank in Hongkong. Vor allem die Wirtschaft stark exportorientierter Länder wie Deutschland dürften darunter besonders stark leiden.

Als potenzielle Profiteure des Ausbruchs der Schweinegrippe in Mexiko gelten indes Europas Impfstoffhersteller. Mit Sicherheit sei der Effekt aber geringer als damals bei der Vogelgrippe, sagte Jeff Holford, Branchenanalyst Jefferies. Zu den größten Gewinnern zählte am Montag Roche . Der Schweizer Konzern prüft eine Produktionssteigerung seines Grippemittels Tamiflu.

Auch Sanofi-Aventis und GlaxoSmithKline legten deutlich zu. Neben Roche gelte vor allem die britische GlaxoSmithKline mit ihrem Mittel Relenza als der größte Nutznießer einer weltweiten Pandemie, hieß es am Markt. Sanofi-Aventis verteuerten sich zwischenzeitlich um 1,04 Prozent auf 41,135 Euro. Auch die Aktien des Biotechnologie- Unternehmens Qiagen stiegen am Mittag deutlich um 3,81 Prozent auf 11,98 Euro. Ein Händler verwies auf Spekulationen, Qiagen könne der Schweinegrippe mit einem eigenen Impfstoff entgegentreten.

dpa

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