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Burkhard Wagner (Vorstand) von der PARTNERS VermögensManagement AG.

Anleger zwischen Deflation und Inflation

Inflation oder Deflation – Experten streiten, was unser Geld stärker bedroht. Anleger müssen auf jeden Fall darauf vorbereitet sein.

Die seit Monaten tobende Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt immer intensivere Auswirkungen. Die Rezession lässt die Preise weltweit fallen. Die Inflationsraten sind im Rückwärtsgang. Im Februar 2009 betrug die jährliche Inflationsrate in der Eurozone nur noch 1,2 Prozent Ein Jahr zuvor lag sie noch bei 3,3 Prozent.

Unter Analysten geht die Angst vor einer Deflation um, also nachhaltig fallende Preise. Diese hätte für die Weltwirtschaft dramatische Auswirkungen. Niemand investiert oder konsumiert heute, wenn er weiß, dass das Gut, das er kaufen will, morgen günstiger sein.

Helikopter-Ben auf Rundflug

Auf der anderen Seite pumpen die internationalen Notenbanken noch nie da gewesene Milliardenbeträge an Liquidität in die Märkte. So versorgten die Amerikaner ihre Wirtschaft mit knapp 800 Milliarden US-Dollar; Europa mit 255 Millairden Euro und China mit knapp 600 Milliarden Dollar. Erst kürzlich gab US-Notenbank-Chef Ben Bernanke bekannt, bis zu einer Billion Dollar an US-Staatsanleihen zu kaufen. Eine sehr unkonventionelle Art, neues Geld zu schaffen. Nachdem sich der Geldmarktzins bereits bei 0 Prozent befindet, ist an weitere Zinssenkungen nicht zu denken. Bei früherer Gelegenheit hatte Bernanke schon davon gesprochen, bei Bedarf mit dem Helikopter über New York Dollar-Scheine regnen zu lassen.

Inflation - wie aus dem Lehrbuch

Weltweit laufen die Gelddruckmaschinen auf Hochtouren. Viele Regierungen verschulden sich derzeit in gewaltigem Umfang. In der Historie hat das bislang immer zu Problemen am Rentenmarkt geführt, dieses Mal wird es voraussichtlich auch so sein.

Die außerordentliche Geldvermehrung wird auf Dauer zu einer höheren Inflationsrate führen. Nur wann? Einige Wirtschaftsforscher gehen bereits ab 2010 von jährlichen Preissteigerungsraten von 5 bis 10 Prozent aus. Eine so hohe Geldentwertung gab es zuletzt in den 70er und 80er Jahren. Im März 1980 war in den USA die Teuerungsrate auf 14,8 Prozent gestiegen.

Auch Warren Buffett, Finanz-Ikone und zweitreichster Mann der Welt geht davon aus, dass die internationalen Konjunkturhilfen das Potenzial für eine gewaltige Inflation enthalten. Diese sollten selbst die Preissteigerungen der 70er-Jahre übersteigen.

Wie sollten sich Anleger positionieren?

In der Geschichte war ein beschleunigter Geldwertverfall immer der größte Feind der Sparer. Investoren sollten sich mittelfristig auf eine stärkere Gewichtung von Sachwerten einstellen. Besitzer von Anleihen sollten Inflationsanleihen mit berücksichtigen. Diese werden zumeist von Staaten ausgegebenen und haben einen niedrigeren Ertrag als normale Staatsanleihen. Jedoch erhöht sich die Rückzahlung der Anleihe bei ansteigenden Inflationsraten. Somit besteht zumindest ein gewisser Ausgleich.

Unsere Meinung: Wir gehen auf Sicht der nächsten Jahre von einem „Comeback“ der Inflation aus. Anleger sollten bei Anleihen auf relativ überschaubare Laufzeiten achten. Zusätzlich eignen sich Inflationsanleihen als Beimischung eines Rentenportfolios. Unternehmensanleihen guter Bonität mit kürzeren Laufzeiten bleiben interessant. Immobilieninvestoren sollten überlegen, neue Immobilien oder Bestandsobjekte mit einem Fremdfinanzierungsanteil zu versehen.

Rohstoffe, Immobilien in Top-Lagen und ausgesuchte Aktien/-fonds sollten in einem langfristig orientierten Portfolio höher gewichtet werden. Anleihen mit unterdurchschnittlicher Bonität und längeren Laufzeiten sollten gemieden werden.

Veränderung in der Vermögensstruktur sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Sollten die ersten Frühindikatoren für eine Inflation sprechen, werden die Preise für inflationsschützende Investments bereits angezogen haben; denn Regenschirme sollte man im Hochsommer bei blauem Himmel kaufen.

Autor:

Burkhard Wagner, Vorstand der Partners Vermögensmanagement AG in München.

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