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Kunde mit einem Audi S8.

Audi-Quartalsgewinn auf 363 Millionen Euro abgesackt

Ingolstadt - Der Absturz der internationalen Automobilmärkte hat dem Autohersteller Audi im ersten Quartal Einbrüche bei Umsatz und Gewinn gebracht.

Das operative Ergebnis der VW-Tochter fiel um 29 Prozent auf 363 Millionen Euro, wie Audi am Montag in Ingolstadt mitteilte. Der Umsatz ging um 19 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zurück und damit noch stärker als der Absatz. Im ersten Quartal hatte Audi 210.000 Autos verkauft, 16 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Auch für das Gesamtjahr rechnet Audi infolge der weltweiten Wirtschaftskrise mit sinkendem Umsatz, Gewinn und Absatz. Bei den Auslieferungen erwartet Audi einen Rückgang von 10 Prozent auf 900.000 Fahrzeuge.

Das wäre allerdings deutlich besser als der Gesamtmarkt, für den ein Einbruch von rund 20 Prozent erwartet wird, wie Audi-Sprecher Jürgen De Graeve sagte. Audi wolle so seine Marktanteile erhöhen. Dies sei im ersten Quartal bereits gelungen.

Audi-Finanzvorstand Axel Strotbek zeigte sich mit den Zahlen zufrieden und zuversichtlich: “Das erste Quartal entwickelte sich im Rahmen unserer Erwartungen und bildet eine solide Basis dafür, dass wir unser Ziel, 2009 ein signifikant positives Ergebnis einzufahren, auch schaffen können.“

Audi profitierte im ersten Quartal davon, dass seine wichtigsten Modelle wie der A4 erst kürzlich erneuert wurden. Zudem habe die Einführung des Q5 und der Cabrios bei A5 und A3 geholfen, sagte ein Sprecher. Alleine der praktisch neu auf den Markt gekommene Q5 stützte den Absatz mit 17.000 Verkäufen, ohne die das Ergebnis deutlich schlechter ausgefallen wäre. Bei Audis Flaggschiff A8 brach der Absatz dagegen um 57 Prozent auf 2.697 ein.

Stabiler Absatz in China hilft

Zudem half Audi, dass der wichtigste Auslandsmarkt des Unternehmens - anders als bei vielen Konkurrenten - nicht die USA sondern China ist.

Dort konnte Audi seinen Absatz bei 29.000 nahezu stabil halten, während der Absatz in den USA im Sog des einbrechenden Marktes um ein Viertel auf 15.800 absackte.

Einer möglichen Rabattschlacht auf den schrumpfenden Märkten erteilte De Graeve eine Absage. Es sei immer die Linie von Audi gewesen, profitablem Wachstum den Vorzug vor reinem Volumenwachstum zu geben. Audi kündigte an, seine Bemühungen beim Kostenmanagement zu verstärken. Zeitarbeitsverträge würden nicht verlängert, sagte de Graeve. Es habe aber selbst in Spitzenzeiten nur einige hundert Zeitarbeiter bei Audi gegeben.

Entlassungen seien dagegen kein Thema, es gebe eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2011. Derzeit sei auch keine weitere Kurzarbeit geplant, sagte De Graeve. Audi habe an seinen beiden deutschen Werken bislang zwei Wochen Kurzarbeit eingesetzt. An einem der Werke laufe die zweite Woche gerade noch.

AP

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