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Der Autokonzern GM bittet den Staat um Hilfe.

Autokonzern GM bittet um Teilverstaatlichung

Detroit - Der vom Untergang bedrohte Opel-Mutterkonzern General Motors will durch eine Teilverstaatlichung das eigene Überleben sicherstellen.

GM legte am Montag einen neuen Sanierungsplan vor, nach dem der amerikanische Staat die Hälfte der Konzernaktien erhalten und dafür dem Unternehmen die Hälfte seiner Schulden bei der öffentlichen Hand von 15,4 Milliarden Dollar erlassen soll.

Darüber hinaus kündigte das Unternehmen den Abbau von 21.000 Arbeitsplätzen in den USA an.

Privaten Geldgebern bot der Opel-Mutterkonzern ebenfalls einen Tausch von Unternehmensanteilen gegen Schuldenerlass vor. So könnten die Gläubiger für jeweils 1000 Dollar, die das Unternehmen ihnen schulde, 225 GM-Aktien bekommen. Privaten Gläubigern würden danach zehn Prozent des Konzerns gehören.

Sollten die Vorschläge akzeptiert werden, könne der Konzern 24 Milliarden US-Dollar von seiner Gesamtschuldenlast von 27 Milliarden Dollar loswerden, sagte Konzernchef Fritz Henderson. Nach dem Sanierungsplan wird GM zudem die traditionsreiche Marke Pontiac spätestens 2010 einstellen. Die Marken Hummer, Saturn und Saab sollen bis Ende dieses Jahres entweder verkauft oder ebenfalls eingestellt werden.

Das Ende von Pontiac dürfte auch das Aus für den Opel GT bedeuten, der auf Basis eines Pontiac-Roadsters in den USA produziert wird.

Althaus fordert Erhalt von Opel-Standorten

Unterdessen ging in Deutschland die Debatte um die Zukunft der GM-Tochter Opel weiter. Vertreter von Politik und Belegschaften wollen einer Übernahme von Opel nur bei Erhalt der deutschen Werke zustimmen. “Wir haben nur für diejenigen Investoren Präferenz, die wirklich auch zum Beispiel Rüsselsheim, Bochum, Eisenach als Standorte zukunftsfähig erhalten wollen“, sagte der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) in Berlin.

Der Betriebsratschef des Opel-Werks in Bochum, Rainer Einenkel, forderte, Fiat müsse ein “ernsthaftes Konzept“ vorlegen, aus dem hervorgehe, wie die Opel-Werke im Verbund mit dem italienischen Autobauer erhalten werden könnten. Ein solches Konzept könne dann bewertet und durchgerechnet werden. Fiat müsse klar machen, wie mit den bestehenden Überschneidungen im Produktportfolio beider Hersteller umgegangen werden solle, sagte Einenkel der Nachrichtenagentur AP.

“Sehr gute Erfahrungen gemacht“

Einenkel warb nochmals für eine Beteiligung des kanadischen Autozulieferers Magna an Opel. Beide Unternehmen seien in ihren Produkten keine Konkurrenten und würden bereits an einem österreichischen Standort zusammenarbeiten: “Wir haben dort sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Magna habe als Zulieferer zudem einen ausgezeichneten Ruf: “Es gibt viele Gemeinsamkeiten, auf die man aufbauen kann.“ Auch Magna müsse allerdings erst einmal ein Konzept vorlegen.

Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach mit dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer über einen möglichen Einstieg bei Opel. Es habe eine Reihe von Telefonaten gegeben, sagte Steinmeiers Sprecher Jens Plötner in Berlin. Der Außenminister habe einen “durchaus positiven Eindruck von diesem Unternehmen“ und dessen Engagement gewonnen. Über den Inhalt der Gespräche sei Stillschweigen vereinbart worden. ap

ap

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