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Die Deutsche Bahn soll E-Mails von Mitarbeitern überprüft haben.

Bahn soll E-Mails von Mitarbeitern überprüft haben

München - Die Deutsche Bahn hat Medienberichten zufolge in großem Umfang in den E-Mails von Mitarbeitern gezielt nach Kontakten zu Journalisten gesucht.

Dabei soll es sich um eine “großflächige“ Aktion gehandelt haben, von denen ein größerer Teil der Belegschaft erfasst worden sei, wie die “Süddeutschen Zeitung“ in der Online-Ausgabe berichtete. Vorstandschef Hartmut Mehdorn musste sich am Freitag vor dem Aufsichtsrat wegen der Datenaffäre verantworten. Das Treffen in Berlin war am Nachmittag noch im Gange.

Die vom Aufsichtsrat eingesetzten Sonderermittler wollten das Gremium über ihre bisherigen Untersuchungsergebnisse informieren. Die Wirtschaftprüfgesellschaft KPMG sowie die ehemaligen Bundesminister Gerhard Baum (FDP) und Herta Däubler-Gmelin (SPD), die mit der Untersuchung beauftragt sind, haben laut Zeitungsbericht zahlreiche Akten ausgewertet und bereits 60 Mitarbeiter des Staatsunternehmens als Zeugen vernommen. Bei diesen Recherchen sei die Suche bei Mitarbeitern der Bahn nach Journalistenkontakten bekanntgeworden. Die Sonderermittler sollen eine Liste jener Journalisten zusammengestellt haben, mit deren Namen intern nach Pressekontakten gefahndet wurde. Nach Angaben aus Konzernkreisen sollen E-Mails, in denen Namen von bestimmten Journalisten aufgetaucht seien, ohne Wissen der betroffenen Mitarbeiter automatisch an eine interne Kontrollinstanz weitergeleitet worden sein, berichtete die “Süddeutsche Zeitung“. Für diese Zwecke sei eine entsprechende technische Vorkehrung geschaffen worden, eine Art “automatische Weiterleitungsfunktion“.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte zuvor den Verdacht geäußert, dass “möglicherweise E-Mails von GDL-Amtsinhabern und Betriebsräten“ im Tarifkonflikt 2007/2008 ausgespäht worden sein könnten. Dies sei “momentan noch eine Mutmaßung, es gibt noch keine Erkenntnisse“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky der “Berliner Zeitung“ (Freitag). Auf eine Anfrage von Ende Januar an den Vorstand habe es aber keine konkrete Antwort gegeben. In manchen Streikvorbereitungen habe man das Gefühl gehabt, dass der Arbeitgeber bereits über Strategien und Termine Bescheid wusste, obwohl sie offiziell erst kurzfristig bekanntgegeben worden seien.

dpa

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