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Viel zu tun: In der bayerischen Bauwirtschaft laufen die Geschäfte besser als in manch anderer Branche.

Konjunktur-Umfrage

Bau: Anreize wirken

München – Die bayerische Bauwirtschaft erweist sich als krisenfest und rechnet im Gegensatz zu vielen anderen Branchen nicht mit heftigen Umsatzeinbrüchen in den kommenden Monaten.

Die Auftragslage der Betriebe sei besser als im Vorjahr, sagte der Sprecher der Landesvereinigung Bauwirtschaft, Helmut Hubert bei der Vorlage der aktuellen Konjunkturumfrage in München. Mindestens vier von fünf Unternehmen erwarten eine wenigstens ausreichende Entwicklung ihrer Geschäftslage.

Die positive Zukunftseinschätzung der Unternehmen lässt sich auf Sondereinflüsse zurückführen. Die Ausbaubetriebe profitieren nach den Worten Huberts von staatlich gesetzten Anreizen zur energetischen Sanierung von Immobilien. Unter anderem Zimmerer und Sanitärbetriebe seien deshalb gut ausgelastet, hieß es gestern. Für zusätzlichen Optimismus sorgen die im Konjunkturpaket II vorgesehenen Mittel für Bauvorhaben in den Kommunen. Die dem Freistaat dafür zustehenden knapp zwei Milliarden Euro würden allerdings nicht vor den Sommerferien bis zu den Betrieben durchsickern, sagte Hubert. „Das hängt mit der Bürokratie zusammen.“

Obwohl die Unternehmen die Geschäftsaussichten positiv sehen, klagen viele über eine schlechte Ertragslage infolge des hohen Preisdrucks. Hubert nannte als Gründe dafür den Einbruch im Wohnungsbau und die Konkurrenz aus der Bauindustrie. Diese bemüht sich nach seinen Worten verstärkt um kleinere Aufträge, um ihre Kapazitäten auszulasten. In der Summe zwinge das die Betriebe zu Einsparungen.

Der Landeschef der Bauwirtschaft geht deshalb von einem „leichten Beschäftigungsrückgang“ im laufenden Jahr aus. Außerdem zeichne sich ein weiterer Rückgang bei der Zahl der Lehrlinge ab. Hubert begründete die seit Jahren rückläufige Ausbildungsbereitschaft unter anderem mit der mangelnden Ausbildungsreife vieler Bewerber. Die 35 000 Betriebe des bayerischen Bau- und Ausbaugewerbes beschäftigen 300 000 Mitarbeiter.

Zu spüren bekommen viele Bau-Unternehmer die Schwächephase vieler Großbanken. In der Konjunkturumfrage berichteten ein Viertel der Betriebe und ein Drittel der Ausbaubetriebe über verschlechterte Kreditkonditionen. „Die Anforderungen an Sicherheiten steigen, genauso wie der bürokratische Aufwand bei der Kreditgenehmigung“, sagte Hubert. Er wollte nicht von einer generellen Kreditklemme sprechen, appellierte aber an die Banken, den Geldkreislauf wieder in Gang zu bringen.

von Florian Ernst

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