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Die Gasversorger stehen in der Kritik, Preissenkungen nicht an ihre Kunden weiterzugeben.

Druck auf Gasversorger nimmt zu

Frankfurt/Main - Der Bundeswirtschaftsminister hat die Gasversorger aufgefordert, sinkende Preise an die Verbraucher weiterzugeben. Sachsen und Thüringen überprüfen ihre Anbieter.

Die Gasversorger in Deutschland geraten zunehmend unter Druck: Die Länder Thüringen und Sachsen prüfen die Gaspreise der Anbieter in ihrem Bereich. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg forderte die Versorger auf, günstigere Bezugskosten voll und zügig an die Verbraucher weiterzugeben. “Bei Preismissbrauch sind die Kartellbehörden, vor allem der Länder, gefordert, einzuschreiten“, sagte Guttenberg.

Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie hatte Hinweise auf deutlich überhöhte Gaspreise gegeben. Das Bundeswirtschaftsministerium arbeite an einer Änderung der Zugangsverordnung für das Gasnetz, um den Wettbewerb zu fördern. “Die Verbraucher sollten bestehende Wechselmöglichkeiten umfassend nutzen“, sagte der CSU-Politiker. Das sächsische Wirtschaftsministerium untersucht nach einem Bericht der “Leipziger Volkszeitung“ die Preisentwicklung bei allen 41 Versorgern in dem Freistaat. Hätten die Unternehmen keine Argumente für die Tarifgestaltung, könnten sie zu Senkungen verpflichtet werden, teilte das Ministerium der Zeitung mit.

Verdacht zu hoher Preise

Auch in Thüringen prüft das Wirtschaftsministerium die lokalen Gasversorger, wie die “Thüringer Allgemeine“ berichtete. Ein Großteil der Anbieter gebe die sinkenden Einkaufspreise zwar offenbar voll an die Kunden weiter, sagte ein Ministeriumssprecher dem Blatt. Der Verdacht sei aber berechtigt, dass einige Kunden zu hohe Preise zahlten.

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Schleswig-Holstein verwies dagegen auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP darauf, dass das Bundeskartellamt zuständig sei. Wirtschaftsminister Jörn Biel sehe keine entsprechenden Probleme bei den rund 40 Stadtwerken in seinem Land. Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, forderte unterdessen stärkere Impulse für den Wettbewerb auf dem Gasmarkt. Die Kontrollen der Kartellbehörden hätten zwar zu Preissenkungen geführt, “aber das ist natürlich nicht hinreichend“, betonte er am Donnerstag in einem Interview auf Bayern2.

Verbraucher sollen sich wehren

 

Peters empfahl den Kunden, zu handeln: “Sie können den Anbieter wechseln oder sich die überhöhten Preise nicht gefallen lassen.“ So gebe es viele Verbraucher, die einfach Preise kürzten und das dem Unternehmen mitteilten. “Der Versorger ist nämlich nach Gesetz und Rechtsprechung auch verpflichtet, die Einkaufssenkungen zum Beispiel beim Gas zeitnah weiterzugeben und nicht erst, wenn im Sommer kein Gas mehr verbraucht wird“, betonte Peters.

AP

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