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DIW-Chef Klaus Zimmermann.

DIW:  Ab 2010 geht es mit der Wirtschaft bergauf

Berlin - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet zum Jahreswechsel ein Ende der scharfen Rezession. Anfang 2010 komme eine leichte Belebung in Sicht.

Das sagte DIW-Chef Klaus Zimmermann am Mittwoch in Berlin. Die Erholung falle aber wahrscheinlich nur sehr schwach und langsam aus.

Vorerst stehen aber noch bittere Zeiten an: Die deutsche Wirtschaftsleistung wird laut der Prognose dieses Jahr um rund fünf Prozent schrumpfen und die Zahl der Arbeitslosen könnte bis Dezember um mehr als 700.000 auf 3,7 Millionen steigen.

Zimmermann zeichnete die aktuelle Lage in düsteren Farben. “Der Welthandel ist im freien Fall. Ein Boden ist nicht in Sicht“, sagte der Wirtschaftsexperte. Weltweit hätten viele Firmen ihre Investitionspläne zusammengestrichen, was den Exportweltmeister Deutschland besonders treffe.

Vermutlich 13 Prozent weniger Exporte als 2008

Laut der DIW-Prognose dürften die deutschen Ausfuhren 2009 um knapp 13 Prozent unter dem Vorjahresniveau bleiben. Das allmähliche Ende der Talfahrt wird aus Sicht der DIW-Forscher auch von den weltweiten Konjunkturprogrammen eingeleitet. “Vor allem sprechen aber die niedrigen Rohstoffpreise und die dadurch sinkende Inflation für eine graduelle Erholung der Weltwirtschaft“, sagte Zimmermann.

Anders als sonst üblich verzichtete das DIW Berlin in seiner traditionellen Frühjahrsanalyse darauf, für 2010 eine konkrete Wachstumsrate zu nennen. Als Begründung führte Zimmermann die weiterhin großen konjunkturellen Unsicherheiten an. Er schloss aber nicht aus, dass das DIW im Sommer oder Herbst eine konkrete Prognose veröffentlichen wird.

Großes Staatsdefizit

Der scharfe Abschwung und die teuren Konjunkturprogramme schlagen voll auf die Staatsfinanzen durch, wie Zimmermann vorrechnete. Die öffentlichen Haushalte müssten sich in beispielloser Weise verschulden.

Das Gesamtdefizit der öffentlichen Haushalte wird den DIW-Berechnungen zufolge - bei großer Unsicherheit - im nächsten Jahr auf weit über 100 Milliarden Euro steigen, nach knapp 80 Milliarden in diesem Jahr und einem nahezu ausgeglichenen Haushalt 2008.

Zimmermann: Kein neues Konjunkturpaket

Entschieden wandte sich Zimmermann deshalb auch gegen ein Konjunkturpaket III zum jetzigen Zeitpunkt, weil es noch mehr neue Schulden auftürmen würde.

Zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt erklärten die Forscher, dass viele Unternehmen ihre Fachkräfte derzeit noch im Betrieb halten - in der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Krise.

Auch die massiv gestiegene Kurzarbeit kaschiere die tatsächliche Unterbeschäftigung in vielen Wirtschaftszweigen. Doch warnte Zimmermann: “Es besteht das Risiko, dass aus Kurzarbeit echte Arbeitslosigkeit wird, wenn die Unternehmen im Sommer keine Besserung der Lage erwarten.“

Gegen den “Verschrottungswahnsinn“

Scharfe Kritik übte Zimmermann an der vereinbarten Aufstockung der Abwrackprämie für Schrottautos. “Die Mehrheit der Bürger versteht sehr wohl, dass hier mit Subventionen ein wirtschaftlich und ökologisch schädlicher Hüttenzauber entfacht wird, für den die Steuerzahler auch noch sehr lange zahlen müssen.“ Doch werde jeder Euro für den “Verschrottungswahnsinn“ schon nach der Bundestagswahl für Erzieher, Turnhallen und Nachwuchswissenschaftler fehlen.

AP

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