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Märklin wird vermutlich eine Publikumsgesellschaft.

Fans können sich vermutlich bald an Märklin beteiligen

Göppingen - Eisenbahn-Fans sollen sich möglicherweise bald am Göppinger Modellbahnhersteller Märklin beteiligen können. Der Insolvenzverwalter von Märklin erwägt die Umwandlung des Unternehmens in eine Publikumsgesellschaft.

So könnte das Potenzial der bis zu 70 000 Fans genutzt werden, sagte Insolvenzverwalter Michael Pluta in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. IG Metall und Geschäftsführung einigten sich unterdessen darauf, dass doch weniger Mitarbeiter in Göppingen das Unternehmen verlassen müssen. Die verbleibenden Mitarbeiter müssen Gehaltseinbußen hinnehmen.

Märklin und seine Eisenbahnen

Märklin und seine Eisenbahnen

Pluta schließt aber auch eine Kombination von einer Publikumsgesellschaft mit einem Investor nicht aus. Die Gesellschaft benötige einen industriellen Leiter. “Wir brauchen für die Zeit nach uns jemanden, der das managt“, erläuterte der Ulmer Rechtsanwalt. “Die Firma muss auf jeden Fall schwarze Zahlen schreiben. Sonst hat Märklin bald 70 000 Feinde.“

Bislang hätten sich bereits fünf potenzielle Investoren gemeldet. Darunter seien sowohl Privatleute als auch Finanzinvestoren, sagte Pluta. Diese könnten 100 Millionen Euro finanzieren. Die Summe umfasse die Gesamtfinanzierung einer Firma dieser Größe. Damit müsse etwa das Weihnachtsgeschäft vorfinanziert werden. Bis August könnte Märklin verkauft sein. Das sei aber kein Zwang. “Wir wollen es so machen, dass der Käufer das Weihnachtsgeschäft mitnehmen könnte.“

Am Stammsitz des Unternehmens in Göppingen müssen 127 der 651 Mitarbeiter gehen. Das sagte die zweite Bevollmächtigte der IG Metall Göppingen, Renate Gmoser, am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der “Göppinger Kreiszeitung“. Plutas Sanierungskonzept sah eigentlich die Entlassung von 166 Mitarbeitern in Göppingen vor. Insgesamt sollen unternehmensweit fast 400 der 1417 Stellen gestrichen und die Niederlassung in Nürnberg geschlossen werden.

Außerdem müssen die verbleibenden Mitarbeiter künftig 37 Stunden die Woche arbeiten, sagte Gmoser. Zusätzlich kann die Geschäftsführung je nach Auftragslage die Arbeitszeit um bis zu 130 Stunden pro Jahr je Arbeitnehmer erhöhen. Die Beschäftigten müssen zudem auf ein Teil ihres Geldes verzichten. Die anstehende Tariferhöhung und die Einmalzahlung wird ausgesetzt. Die Mitarbeiter bekommen die Hälfte ihres Urlaubs- und Weihnachtsgeldes.

dpa

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