So gelingt der Karrieresprung

Weiterbildung in Eigeninitiative kann neue Karrierechancen eröffnen. Dazu bietet sich oft ein Fernstudium an. Wir erklären, worauf Interessenten achten sollten.

Besonders für Berufstätige oder Wiedereinsteiger bietet sich ein Fernlehrgang an. Auch für Angestellte, die von Kurzarbeit betroffen sind, kann diese Form der Qualifikation geeignet sein. Neben Kursen, die sich auf Zusatzkenntnisse wie Sprachen beziehen, können komplette Studiengänge absolviert werden, die zu einem staatlich anerkannten Abschluss führen und einem Präsenzstudium in kaum etwas nachstehen.

Wahl des Faches

Es gibt kaum Studienrichtungen, die nicht in Form eines Fernstudiums absolviert werden können. Entscheidend für die Wahl des Faches ist das Ziel des Studierenden. So können Volks- oder Betriebswirtschaftslehre sinnvoll sein, wenn man seine Zukunft in der Führungsetage eines Unternehmens sieht, Fremdsprachen helfen bei der Arbeit im Ausland, und Menschen mit handwerklicher Vorbildung können über das Fernstudium eine Weiterbildung zum Meister oder Ingenieur anstreben.

Checkliste als Entscheigunshilfe

Bevor ein Vertrag mit einem Fernlehrinstitut abgeschlossen wird, sollte noch einmal geprüft werden, ob alle wichtigen Faktoren für ein erfolgreiches Fernstudium erfüllt sind.

Hinzu kommen neben verschiedenen Zusatzqualifizierungen wie Mitarbeiterführung und Rhetorik aber auch Freizeit- und Hobbykurse wie Unterwasserfotografie. Vom gewählten Studienangebot und der Studiendauer sind die möglichen erreichbaren Abschlüsse abhängig, die von einfachen Zertifikaten bis hin zum Bachelor reichen.

Studienverlauf

Nach der Anmeldung erhält der Teilnehmer ein Starterpaket, in dem sich in der Regel ein Grundlehrbuch und Studienhefte sowie ein Studienplaner befinden, in dem alle wichtigen Prüfungen aufgeführt sind. Der Studienverlauf kann den persönlichen Gegebenheiten angepasst werden. „Die Teilnehmer können im Teilzeitmodus studieren“, erklärt Susanne Bossemeyer, Sprecherin der Fern-Uni Hagen, „so viel Zeit, wie sie neben der Arbeit und ihrem Privatleben erübrigen können, wird investiert.“ Dabei dient das erste Jahr als Klärungsphase: Wie kann ich den Alltag mit dem Studium in Einklang bringen? „Für manche ist es schwer sich reinzufinden, die Hälfte aller Studienanfänger gibt im ersten Jahr wieder auf“, so die Expertin der größten deutschen Universität mit über 60 000 Studenten. Zum Fernunterricht kommen je nach Studium auch Präsenzveranstaltungen zur Vertiefung und Anwendung des in der Selbststudienphase erworbenen Wissens. Zusätzlich müssen Abgabefristen für Klausuren eingehalten werden. Daneben kommen Einsendeaufgaben auf den Studenten zu. Während das Fernstudium früher eine relativ einsame Sache war, stehen die Studenten heute über das Internet in Kontakt, so Bossemeyer. In Chats und Onlinekonferenzen können anstehende Fragen diskutiert und gemeinsam gelöst werden. Das Fernstudium endet mit der bestandenen Prüfung, die entweder zuhause, in der Fernlerneinrichtung oder bei einem externen Prüfer absolviert werden muss.

Kosten

Bertaungsstellen

  • Fragen zum Fernstudium beantwortet die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht in Köln unter der Telefonnummer 02 21 / 92 12 070 oder per E-Mail unter der Adresse poststelle@zfu.nrw.de.
  • Alle staatlich zugelassenen Studiengänge sind im Internet unter http://zfu.de/seiten-und-texte-bearbeiten.html zu finden.
  • Das Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn gibt telefonisch unter 02 28 / 10 70 oder online auf www.bibb.de Auskunft über Fernlehrgänge, die berufliche Bildung vermitteln.

Veranstalter von Fernlehrgängen erheben Lehrgangsgebühren, die sich unterschiedlich zusammensetzen können. Unter anderem fallen meist Gebühren für Lern- und Unterrichtsmittel sowie Prüfungsgebühren an, informiert die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht. Vergleichen lohnt sich: Die einzige öffentlich-rechtliche Fern-Uni Hagen verlangt lediglich Gebühren für Unterrichtsmaterialien, was zu Gesamtkosten für einen Bachelorstudiengang von bis zu 2400 Euro führt. An privaten Instituten können bis zu 13 000 Euro bis zum Abschluss anfallen. Einen guten Überblick über die Höhe der Kursgebühren bietet die Zentralstelle auf ihrer Internetseite. Bei Fernlehrgängen, die die Anwesenheit des Teilnehmers in einem Studienzentrum verlangen, müssen zusätzlich die Fahrtkosten und die Unterkunft einkalkuliert werden. „Zu einem wichtigen Kostenfaktor kann auch der Lohnausfall werden“, heißt es im Ratgeber weiter, „wenn für die Teilnahme an Seminaren nicht auf Bildungs- und Erholungsurlaub zurückgegriffen werden kann.“ Allerdings lassen sich die Kosten auch drücken: Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich für das geplante Fernstudium eine Förderung wie zum Beispiel Bafög zu erhalten. Auch bei der Einkommenssteuer können Maßnahmen zur Fortbildung geltend gemacht werden.

Diana Millgramm

Rubriklistenbild: © dpa

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