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Das Gerangel um die Enteignung geht weiter.

Gerangel um HRE-Enteignung geht weiter

Berlin/München - Das Gerangel um eine Enteignung des maroden Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) geht in eine neue Runde.

Der Bund versuchte am Donnerstag zwar mit einem Übernahmeangebot zehn Prozent über dem Mindestpreis den HRE- Aktionären den Ausstieg schmackhaft zu machen und auf diesem Wege die Bank ganz zu übernehmen. US-Investor J.C. Flowers, der derzeit noch knapp 22 Prozent kontrolliert, signalisierte aber ungeachtet dessen seine Absicht, weiter an Bord bleiben zu wollen.

Sollten die Aktionäre - voran Flowers - nicht auf das Angebot von 1,39 Euro je Aktie eingehen, will der Bund die Bank verstaatlichen - dann aber zum gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro.

Der Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin teilte dazu mit: “Das Angebot ist die Gelegenheit für die HRE-Aktionäre, zu einem attraktiven Preis aus ihrem Investment auszusteigen.“

Flowers sagte zwar eine Prüfung des Angebots zu. Ein Sprecher sagte: “Das Thema ist offen. Aber die Präferenz ist, im Unternehmen zu bleiben.“ Flowers könne die Bank und die Bundesregierung bei der Sanierung der HRE unterstützen.  Außerdem hätten auch andere systemrelevante Banken Hilfe vom Staat erhalten, ohne dass die Aktionäre aus dem Unternehmen gedrängt worden seien. “Es geht auch um Gleichbehandlung.“ Flowers behalte sich nach wie vor auch rechtliche Schritte vor.

Die Bundesregierung zeigte sich entschlossen, notfalls zu enteignen, will diesen Schritt aber vermeiden. Der Bund strebt über den SoFFin eine Komplettübernahme der HRE an, um die bereits in das Finanzunternehmen geflossenen Steuergelder in Höhe von rund 90 Milliarden Euro optimal schützen zu können. Es gibt den Angaben zufolge aber keine Mindestannahmeschwelle.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) empfahl den Aktionären, das Übernahmeangebot des Bundes anzunehmen. Es sei mangels Alternativen attraktiv. Sowohl aus der Union als auch aus der FDP kamen zustimmende Äußerungen zu dem Angebot des Bundes.

dpa

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