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Rick Wagoner, tritt auf Verlangen des Weißen Hauses mit sofortiger Wirkung zurück.

Politischer Druck: GM-Chef Wagoner tritt zurück

Detroit - Der Chef des ums Überleben kämpfenden US-Autobauers General Motors, Rick Wagoner, tritt auf Verlangen des Weißen Hauses mit sofortiger Wirkung zurück.

Der 56-jährige werde seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender und als Vorstandschef umgehend räumen, verlautete aus Kreisen der Regierung in Washington. Neuer Chef des Opel-Mutterkonzerns soll Wagoners bisheriger Vize werden, der ehemalige GM-Europachef Fritz Henderson, wie die AP aus dem Finanzministerium erfuhr. Den Vorsitz des Aufsichtsrats soll ein bisheriges Mitglied des Gremiums übernehmen, Kent Kresa, der frühere Chef des Rüstungsunternehmens Northrop Grumman.

Am Montag um 17 Uhr MEZ will US-Präsident Barack Obama seine Rettungspläne für die US-Autoindustrie vorstellen. Obama hatt bereits angekündigt, dass er von den Konzernen weitere Zugeständnisse verlangen will. GM und Chrysler können derzeit nur dank 17,4 Milliarden Dollar an Staatshilfen weiterarbeiten. Angesichts der Rezession in den USA sieht sich die Industrie mit dem schlimmsten Absatzeinbruch seit knapp drei Jahrzehnten konfrontiert. Viele Modelle sind zudem Spritschlucker, die in Zeiten hohen Kostenbewusstseins nur schwer verkäuflich sind. Ohne Staatshilfen droht den Autobauern der Bankrott.

Der 56-jährige Wagoner arbeitete seit 1977 für GM. Seit Mai 2003 führte er das Unternehmen als Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandschef. Wagoner hatte einen Rücktritt bislang trotz der Krise des Autobauers abgelehnt und auf seine langjährige Branchenerfahrung verwiesen. Marktbeobachter lobten Wagoner für seine Bemühungen, den bürokratischen Konzern zu reformieren und flexibler zu machen.

Chrysler rechnet nicht mit Wechsel im Management

Kritiker warfen ihm jedoch vor, dass er die Chance verpasst hat, das Unternehmen mit modernen und effizienteren Modellen neu auszurichten und damit wettbewerbsfähig zu machen. Der einflussreiche Senator Chris Dodd, der Vorsitzende des Bankenausschusses, hatte bereits bei den Beratungen zum ersten Rettungspaket für die Autoindustrie zum Jahresende Wagoners Rücktritt gefordert. Dodd warf dem Management vor, angesichts der riesigen Probleme des Autoherstellers den Kopf in den Sand zu stecken. Der Opel-Mutterkonzern GM verlor 2008 den Titel des größten Autoherstellers der Welt an Toyota. Rund 8,35 Millionen Fahrzeuge hat der Autogigant aus Detroit 2008 gebaut.

Bei Chrysler, dem zweiten großen US-Autobauer, der auf Staatshilfe angewiesen ist, erwarteten Insider keine Veränderungen im Topmanagement. Ein Vertrauter des Vorstands sagte der AP am Sonntag, dass die Regierung dem Unternehmen keinen Wechsel im Management nahegelegt habe. Dabei dürfte eine entscheidende Rolle spielen, dass der Vorstandsvorsitzende Robert Nardelli das Unternehmen erst seit August 2007 führt. Chrysler gehörte zeitweise zum Daimler-Konzern. Im Sommer 2007 kaufte der Finanzinvestor Cerberus Daimler jedoch 80,1 Prozent an dem 1925 gegründeten Autobauer ab.

ap

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