Tipps zum Wohnungswechsel

Das große Umzugs-ABC

Wer umzieht, zieht zuerst einmal ins Chaos. Leicht verliert man dabei den Überblick und gelegentlich die Nerven. Dabei ist eine gründliche Vorbereitung das A und O. Unser Umzugs-ABC hilft, den größten Stress zu vermeiden.

-Adressänderung:
Es sind sehr viel mehr Leute und Institute als Sie denken, die über Ihre neue Adresse informiert werden müssen bzw. wollen. Nicht vergessen sollten Sie dabei: Arbeitgeber, Geschäftspartner, Banken, Behörden, Telekommunikationsanbieter, Stadtwerke, Versicherungen, Vereine und natürlich Verwandte und Freunde.

-Arbeitgeber:
Ein Umzug kostet Nerven und Zeit. Am besten ist es, dafür rechtzeitig Urlaub zu beantragen. Je nach Tarif stehen Arbeitnehmern auch gesonderte Umzugstage zur Verfügung.

-Auto:
Informieren Sie die Kfz-Versicherung über Ihren Umzug. Ziehen Sie in eine andere Stadt, müssen Sie sich an die Zulassungsstelle wenden. Auch wenn Sie innerhalb der Stadt umziehen, müssen die Daten in Fahrzeugschein und -brief geändert werden.

-Behördengänge:
Beim Einwohnermeldeamt müssen Sie persönlich erscheinen, um sich (und eventuell auch Ihren Hund) an Ihrem neuen Wohnort anzumelden. Das muss spätestens ein Woche nach dem Einzug geschehen. Bei einem Umzug innerhalb Deutschlands ist übrigens nur die Anmeldung bei der neuen Wohnsitzgemeinde erforderlich - keine Abmeldung.
Außerdem müssen Sie Ihre neue Adresse bei Bedarf folgenden Ämtern geben: Kfz-Zulassungsstelle, Agentur für Arbeit, Kindergeldstelle, Sozialamt, Finanzamt, Bafög-Amt, Hochschulverwaltung, Kreiswehrersatzamt, Bundesamt für Zivildienst, Gebühreneinzugszentrale (GEZ).

-Halteverbot:
Damit der Transporter am Umzugstag einen Platz findet, kann ein vorübergehendes Halteverbot beantragt werden. Das übernimmt die Spedition, ansonsten ist das Kreisverwaltungsreferat zuständig (Kosten in München je nach Lage und Dauer ab 25 bis 136 Euro). Die Bearbeitungszeit beim KVR beträgt rund 10 Werktage, zudem muss das Schild an sich über einen Schilderdienst besorgt werden und drei Tage vor dem Inkrafttreten aufgestellt sein.

-Hausratsversicherung:
Sie müssen allen Versicherern Ihre neue Adresse mitteilen und sollten der Hausratsversicherung den Umzug schon vorab mitteilen. Prüfen Sie gegebenenfalls, ob sich die Bedingungen durch den Umzug verändern. So kann sich durch eine größere Wohnung schnell die Versicherungssumme der Hausratsversicherung ändern. Diese abzuschließen, ist keine Pflicht und lohnt sich Verbraucherschützern zufolge erst ab einem Wert von über 10 000 Euro. Wird ein gemeinsamer Hausstand gegründet und kommen zwei Hausratpolicen zusammen, die beide eine Summe über 10 000 Euro abdecken, kann die jüngere der beiden gekündigt werden.

-Helfer:
Wer seinen Umzug mithilfe von Freunden stemmen möchte, sollte über die Versichungslage Bescheid wissen. Geht beim Kisten- und Möbelschleppen etwas kaputt, kommt die private Haftpflichtversicherung in der Regel nicht für den Schaden auf. Denn es handelt sich hier um einen Freundschaftsdienst, der vom Schutz ausgeschlossen ist, außer das sogenannte Gefälligkeitsverhältnis ist explizit aufgeführt. Der Verbraucherzentrale Bayern zufolge lohnt es sich, diesen Passus in die Police aufzunehmen - die Mehrkosten belaufen sich bei günstigen Anbietern auf rund fünf Euro im Jahr.

-Kindergarten/Schulen:
Sie sollten klären, ob ihr Kind in der gleichen Einrichtung bleiben kann, wenn Sie nur innerhalb einer Stadt umziehen. Bei einem Wohnortwechsel sollten Sie sich rechtzeitig mit den zuständigen Stellen in Verbindung setzen.

-Kisten:
Umzugskartons gibt es im Baumarkt oder bei Speditionsunternehmen. Füllen Sie einen Karton nicht mit mehr als 20-25 Kilo, da er sonst reißt oder Sie ihn nicht mehr heben können. Architektonische Höchstleistungen im Turmbau sind nicht zu empfehlen - mehr als drei Kisten sollten Sie nicht übereinander stapeln. Praktisch ist außerdem eine ordentliche Beschriftung (Wo kommt die Kiste hin? Was steckt drin?) - auch wenn das Beschriften beim Packen etwas aufhält. Sparen sollten Sie auch nicht an Verpackungsmaterialien (Seidenpapier, Luftpolsterfolie, Decken, Zeitungen).

-Müll:
Ein Umzug ist ein passender Anlass zum Entrümpeln. Wenn die Dinge nur noch für den Sperrmüll gut sind, kann der Abholservice organisiert werden (Abfallwirtschaftsbetrieb München, Standard-Variante bis zu vier Wochen Vorlaufzeit, 27 Euro pro angefangene Viertelstunde, Telefon 089/233-96 200).

-Post:
Stellen Sie einen Nachsendeauftrag. Sie können sich Ihre Post entweder für 6 oder 12 Monate an den neuen Wohnort nachschicken lassen.

-Planung:
Früh genug mit dem Planen können Sie gar nicht beginnen. Nur so können entspannt Kostenvoranschläge von Handwerkern oder Spediteuren eingeholt und Lieferzeiten von neuen Möbeln abgewartet werden. In der Regel sollten drei Monate im voraus allerdings reichen. Es empfiehlt sich, Checklisten zu machen, um den Überblick nicht zu verlieren. Steht der Umzug fest, ist es wichtig, sich rechtzeitig um eine Umzugsfirma zu kümmern, um den Wunschtermin zu sichern. Wer den Kraftakt in Eigenregie organisiert, muss sich zeitig um einen Umzugswagen bemühen und möglichst viele Helfer als Träger organisieren. Der alte Mietvertrag muss fristgerecht gekündigt werden - ebenso der Telefonanschluss.

-Steuern:
Das Finanzamt erkennt zumindest einen Teil der Ausgaben für den Wohnungswechsel steuermindernd an. Das gilt nicht nur bei beruflichen, sondern auch bei privaten Umzügen. So kann die Arbeit von Spediteuren, Malern und anderen Handwerkern als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden. Bei einem Umzug aus beruflichen Gründen gehören die Ausgaben zu den Werbungskosten.

-Stromanbieter:
Sie müssen vor dem Auszug die Zählerstände für Strom, Gas, Wasser und die Heizung ablesen. Ein Umzug ist zudem eine gute Gelegenheit, zu einem günstigeren Stromanbieter zu wechseln.

-Tipps & Tricks:
Gerne vergessen wird das Thema Licht: Lampen sollten das letzte sein, was Sie in der alten Wohnung abnehmen und das erste was Sie im neuen Heim anbringen.
Es empfiehlt sich außerdem die Breite von Türen, Treppenhäusern und Fahrstühlen vorab auszumessen, um beim Umzug keine bösen Überraschungen zu erleben.
Klebebänder können hässlich Spuren an Bilderrahmen oder Möbel hinterlassen, daher ist es ratsam, das Material durch Folien zu schützen.
Im Winter ist es nicht sinnvoll, Pflanzen übermäßig zu gießen. Außerdem werden große Topfpflanzen durch das Wasser unnötig schwer.

-Überlebenskoffer:
Es empfiehlt sich, einen Tag vor dem eigentlichen Umzug einen "Überlebenskoffer" mit allen benötigten Dingen für den ersten Tag in der neuen Wohnung zu packen. Darin enthalten: Kleidung, Lebensmittel, Waschzeug, Hausapotheke. Sinnvoll ist es außerdem, Werkzeug, Putz-Utensilien und Erste-Hilfe-Sachen in eine separate, schnell greifbare Kiste zu packen.

Stefanie Backs

Mehr Informationen, hilfreiche Checklisten und Adressen gibt es im Internet unter:

www.meldebox.de

www.ummelden.de

www.umzug.info

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