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Durch Preisabsprachen großer Zementhersteller sollen 36 Firmen in den Jahren 1989 bis 2002 einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe erlitten haben.

Grünes Licht für Millionenklage gegen Zementkartell

Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof hat den Weg für eine millionenschwere Schadenersatzklage gegen sechs führende deutsche Zementhersteller frei gemacht.

Der Kartellsenat des Gerichts entschied, die Klage der belgischen Gesellschaft Cartel Damage Claims (CDC) sei zulässig. Es betätigte damit die Entscheidungen zweier früherer Instanzen. CDC hat sich darauf spezialisiert, kartellrechtliche Schadenersatzansprüche durchzusetzen und fordert von den Zementherstellern Schadenersatz von mindestens 114 Millionen Euro.

Die Forderung beruht auf den abgetretenen Ansprüchen von 36 Firmen, die nach eigener Einschätzung aufgrund unzulässiger Preisabsprachen der Zementhersteller HeidelbergCement, Schwenk, Lafarge, Dyckerhoff, Cemex und Holcim in den Jahren 1989 bis 2002 einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe erlitten hatten.

Das Bundeskartellamt hatte bereits 2003 eine Rekordbuße von 661 Millionen Euro gegen die Zementhersteller verhängt. Die Wettbewerbshüter sahen es als erwiesen an, dass die Unternehmen durch Preisabsprachen und Lieferquoten über Jahre hinweg künstlich überhöhte Preise am Markt durchgesetzt hätten. Das Landgericht Düsseldorf wird nun den Schadensersatzprozess fortsetzen.

ap

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