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Rund 40 Prozent der Einzelhändler rechnen im ersten Halbjahr mit Umsatzrückgängen

Handel schaut mit wachsender Sorge in die Zukunft

Düsseldorf - Der deutsche Einzelhandel schaut angesichts der anhaltenden Konjunkturkrise mit wachsender Sorge in die Zukunft. "Die Lage des Einzelhandels ist 2009 angespannt.

Der Start ins Jahr war verhalten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth, am Montag in Düsseldorf. Die Einzelhändler hätten deshalb ihre Erwartungen nach unten geschraubt.

Bei einer aktuellen Umfrage des HDE bei fast 1.200 Unternehmen gaben 40 Prozent der Betriebe an, sie rechneten im ersten Halbjahr 2009 mit Umsatzrückgängen, nur 19 Prozent rechneten mit Zuwächsen. Zwar hält der Branchenverband noch an seiner Prognose fest, dass der Einzelhandel in diesem Jahr mit einem blauen Auge davonkommen und höchstens Umsatzeinbußen von nominal einem Prozent zu verkraften haben werde. Doch räumte Genth ein, dass diese Erwartung möglicherweise nach unten korrigiert werden müsste, wenn die Arbeitslosenzahlen - wie in den jüngsten Prognosen der Wirtschaftsforscher vorausgesagt - deutlich steigen sollten.

Preis gewinnt beim Einkauf wieder an Bedeutung

Schon jetzt haben die düsteren Wolken am Konjunkturhimmel Genth zufolge spürbare Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten der Bundesbürger. "Angesichts der schlechten Zeiten ist der Preis für viele Konsumenten wieder stärker zum entscheidenden Kaufkriterium geworden", sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer. Davon profitierten vor allem die besonders preisaggressiven Geschäfte in Randlagen. Die teuereren Geschäfte in den Innenstädten litten dagegen überdurchschnittlich unter sinkenden Umsätzen.

Unzufrieden zeigte sich der Handel mit den Strategien der Bundesregierung zur Ankurbelung der Konjunktur - vor allem aber mit der Abwrackprämie. Hier würden Konsummittel durch den Staat in den Kraftfahrzeugbereich gelenkt, die an anderer Stelle, vor allem im Einzelhandel, fehlten.

Kritik an Abwrackprämie

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"Wirtschafspolitisch führt die Abwrackprämie in die Sackgasse. Da hilft es auch nicht, jetzt noch mehr Gas zu geben", sagte Genth. Er plädierte stattdessen für eine kräftigere Senkung von Abgaben und Steuern besonders für kleine und mittlere Einkommen. Die Verbraucher könnten selbst am besten entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben. Davon würde nach Einschätzung des HDE der gesamte Konsum profitieren.

Mit Blick auf die anstehende Tarifrunde im deutschen Einzelhandel bezeichnete Genth die Forderungen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nach Entgeltsteigerungen von mehr als 6 Prozent als "definitiv zu hoch". Ein starker Anstieg der Personalkosten werde in der gegenwärtigen Situation zwangsläufig das Aus für Zehntausende Arbeitsplätze in der Branche bedeuten, warnte er. Notwendig sei eine moderate Erhöhung der Löhne und Gehälter.

ap

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