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HypoVereinsbank: Besonders die Sparte Investmentbanking litt unter der Krise.

HVB tief in den roten Zahlen

München - Die weltweite Finanzkrise hat die HypoVereinsbank (HVB) im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gedrückt. Unter dem Strich schrieb die UniCredit-Tochter einen Verlust von 671 Millionen Euro - nach einem Gewinn von gut 2 Milliarden Euro im Vorjahr.

Der neue HVB-Chef Theodor Weimer sprach dennoch von einer soliden Entwicklung der Bank: “Wir haben uns ganz wacker geschlagen.“ Auch wenn das Ergebnis nicht zufriedengestellt habe, habe sich die Bank in der Finanz- und Wirtschaftskrise noch vergleichsweise gut behauptet. Als Kandidat für das staatliche Banken-Rettungspaket sieht Weimer die HypoVereinsbank nicht.

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Besonders die Sparte Investmentbanking litt 2008 unter der Krise. Hier fuhr die HVB 2008 einen Verlust von rund 2 Milliarden Euro ein. Die Banker in der Sparte müssten deshalb auf Bonus-Zahlungen verzichten, sagte Weimer. Belastet wurde das Geschäft durch eine höhere Kreditrisikovorsorge und deutliche Rückgange im Geschäft mit Finanzanlagen. Allein in diesem Bereich entstand ein Verlust von 256 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 611 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Der Start ins neue Jahr fiel nach Angaben von Weimer insgesamt aber besser aus. Die Monate Januar und Februar seien deutlich besser gelaufen als das vierte Quartal, sagte er, ohne Zahlen zu nennen. Allerdings stelle sich die Bank nochmals auf ein schwieriges Jahr ein. “Wir glauben nicht, dass wir die Krise hinter uns haben.“ Da die Gefahr von Firmeninsolvenzen steige, müsse die Risikovorsorge für den Ausfall von Krediten von 760 Millionen Euro im Vorjahr auf mehr als eine Milliarde Euro im Jahr 2009 erhöht werden. Ein konkreter Ausblick sei nicht möglich. “Vor dem Hintergrund der kalten Duschen, die wir 2008 erlebt haben, ist man besser vorsichtig.“

Hilfe aus dem Rettungspaket des Bundes kommt aus Sicht von Weimer für die HypoVereinsbank nicht in Frage. Mit einer Kernkapitalquote von mehr als 14 Prozent liege die Kapitalbasis der Bank auch im internationalen Vergleich deutlich über dem Branchendurchschnitt. Angesichts dieser Kapitalausstattung werde ein Antrag auf Unterstützung beim SoFFin nicht ansatzweise in Betracht gezogen. Die italienische Konzernmutter UniCredit will hingegen wegen der Wirtschaftskrise staatliche Unterstützung von bis zu 4 Milliarden Euro beantragen.

Ihre Kunden versorgt die HypoVereinsbank nach Worten von Weimer auch weiterhin mit Krediten, eine Kreditklemme gebe es nicht. “Wir entziehen uns dieser Verpflichtung nicht, wir sind eine Bank und stehen zu unseren volkswirtschaftlichen Aufgaben.“ Die HypoVereinsbank gelte bei den Kunden als krisensichere Bank. “Bei uns hat man keine Angst, dass wir über den Bach gehen.“

dpa

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