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Der Firmensitz von O2 in München. Der Mobilfunkanbieter könnte Partner von Kabel Deutschland werden.

O2 als Partner?

Kabel Deutschland will auch Mobilfunk anbieten

Düsseldorf/München - Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland will seinen Kunden auch einen Mobilfunk-Tarif anbieten und könnte damit neue Bewegung in den deutschen Telekom-Markt bringen.

Als möglicher Mobilfunk-Kooperationspartner wird O2 gehandelt. Kabel Deutschland (KDG) hat bereits ein Bündelangebot aus Fernsehen, Internet-Zugang und Festnetz-Telefonie. Von neun Millionen Kunden Ende März nutzen aber gerade einmal gut 600 000 alle drei Dienste von KDG.

"Wir sind guter Dinge, in absehbarer Zeit zu einem Vertragsabschluss mit einem Mobilfunkunternehmen zu kommen", sagte KDG-Vorstandschef Adrian von Hammerstein dem "Handelsblatt" (Freitag). "Wir arbeiten intensiv an einem entsprechenden Bündelangebot."

Laut "Handelsblatt" verhandeln KDG und O2 derzeit nur noch über die letzten Details, im April sollten die Verträge unterschrieben werden. "Der Bericht ist nicht aus der Luft gegriffen", hieß es dazu am Freitag aus Branchenkreisen. KDG-Sprecher Marco Gassen sagte auf Anfrage, es sei noch zu früh, um einen Partner zu nennen. "Dass wir aber an einem Mobilfunkangebot arbeiten und dass dies in Kürze in unser Programm aufgenommen werden soll, ist richtig. Wir haben den April anvisiert."

Die nötigen Festnetzkapazitäten hat die KDG selbst, was für den Schritt vom "Triple"- zum "Quadruple"-Play fehlt, ist ein Mobilfunker. "Wir wissen, dass KDG ein Mobilfunkangebot plant. Grundsätzlich sind wir offen für solche Angebote", sagte ein Sprecher von O2. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. O2 bietet bereits Mobilfunkverträge für die Kunden der deutschen Telecom-Italia-Tochter Hansenet sowie für die Nutzer des Münchener Anbieters Mnet an. Darüber hinaus lastet O2 sein Netz auch über Kooperationen mit Tchibo oder Schlecker aus.

Ein solches Abkommen könnte für beide Seiten nützlich sein. O2 könnte für die Nutzung der ohnehin vorhandenen Infrastruktur zusätzliches Geld einstreichen, KDG kann ohne großen technischen Aufwand das Angebot erweitern. Das ist auch nötig, denn mit den klassischen Fernseh-Anschlüssen ist nicht mehr allzu viel zu holen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 (31. März) hatte Kabel Deutschland wegen hoher Investitionen in das Internet- und Telefongeschäft einen Verlust von 28 Millionen Euro eingefahren.

Der Ausweg ist die Erweiterung des Angebots. Triple-PLay bieten bereits viele Netz- und Kabelbetreiber an, angefangen von der Telekom, Arcor und Alice (Hansenet) bis hin zu Kabel Baden-Württemberg, Unity Media, Tele Columbus und NetCologne. "Es werden vermehrt Internet-und Telefonangebote gebucht. Der Prozentsatz der Kunden, die mehr als ein Produkt buchen, steigt von Quartal zu Quartal", sagt KDG-Sprecher Gassen.

Diese Nutzer des Bündelangebots sind für den Netzbetreiber die attraktivste Gruppe. "Die interessanten Margen kommen natürlich von den Internet- und Telefonkunden", sagt Gassen. Der Umsatz pro Kunde sei drei Mal so hoch wie bei gewöhnlichen TV-Abonnenten. Viele dieser Standardkunden wissen oft nicht einmal, dass sie ihr abendliches Fernsehprogramm über KDG beziehen. Vertragspartner der Kabelnetzbetreiber sind oft die Hausverwaltungen. Internet, Telefon und vielleicht bald auch Handy sind also attraktive Zusatzangebote.

Doch oft steckt der Teufel im Detail. Zwar werden Festpreise für das Festnetz oder zu einem bestimmten Mobilfunkanbieter angeboten, Telefonate ins oder aus dem Ausland sind dafür oft aber umso teurer. Außerdem sind die Angebote nicht selten mit langen Laufzeiten verbunden, die den Kunden wenig Spielraum lassen. Hinzu kommen dietechnische Verfügbarkeit und die Bereitstellung von Hardware, die extra kosten kann. Wie genau ein mögliches Angebot von KDG und O2 aussehen könnte, ist noch unklar. "Viel kann ich noch nicht sagen", sagt Gassen. "Aber es wird natürlich so sein, dass Mobilfunk bei uns im Rahmen eines Paketes angeboten werden wird. Wir werden kein Mobilfunkanbieter im eigentlichen Sinne."

Von Michael Friedrich, dpa

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