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Schwere Zeiten im MünchnerBMW-Turm: Der Autobauer kann wegen der weltweiten Rezession nur noch deutlich weniger Fahrzeuge verkaufen.

Keine Gewinnbeteiligung für Beschäftigte bei BMW

München – BMW bricht mit einer Tradition: Erstmals seit 1973 wird die Belegschaft nicht am Konzerngewinn beteiligt. Die Autokrise schlägt sich damit immer stärker im Geldbeutel der Mitarbeiter nieder.

Die Beschäftigten von BMW müssen erstmals seit mehr als 35 Jahren auf die jährliche Gewinnbeteiligung verzichten. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte Informationen unserer Zeitung, wonach für das Geschäftsjahr 2008 keine Erfolgsprämie ausgeschüttet wird. Der Münchner Autobauer hat im vergangenen Jahr in Folge der weltweiten Konjunkturkrise wie viele andere Hersteller auch einen massiven Ergebniseinbruch erlitten und steuert nun auf striktem Sparkurs.

Der traditionell mit dem Juli-Gehalt überwiesene Bonus für das Vorjahr werde zum ersten Mal seit der Einführung 1973 gestrichen, sagte der Münchner Betriebsrat Hans Haumer auf Nachfrage. Das Brutto-Jahreseinkommen eines nach Tarif bezahlten BMW-Mitarbeiters sinke dadurch im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 3600 Euro. Statt im Durchschnitt 14,8 werden nach Haumers Worten heuer 13,7 Monatsgehälter ausgezahlt. Am Rekordjahr 2007 hatten die Beschäftigten des Autobauers im Schnitt mit 5600 Euro partizipiert. Das entsprach nach Unternehmensangaben ungefähr dem eineinhalbfachen eines Brutto-Monatsgehalts.

Das Lohnniveau bei BMW liegt trotz des Wegfalls der Erfolgsbeteiligung noch immer über Tarif. „Wir brauchen uns angesichts der aktuellen Lage nicht zu beschweren“, sagte Haumer und verwies auf den Erhalt von Urlaubs- und Weihnachtsgeld im Krisenjahr 2009. Der Unternehmenssprecher betonte, dass Führungskräfte und der Vorstand mit Einbußen von bis zu 40 Prozent einen höheren Sparbeitrag leisten würden als die tariflich bezahlten Mitarbeiter mit zehn Prozent. Auch die Aktionäre sollen verzichten: Der Vorstand will auf der Hauptversammlung am 14. Mai vorschlagen, die Dividende auf 30 Cent zu dritteln.

Die Kürzungen zeigen, wie prekär die Lage bei BMW derzeit ist. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr unterm Strich nur noch 330 Millionen Euro verdient und damit um 90 Prozent weniger als 2007. Im laufenden Jahr ist nach Absatzeinbrüchen von jeweils einem Viertel im Januar und Februar kaum Besserung in Sicht. In weiten Teilen des Unternehmens wird wegen der weggebrochenen Nachfrage kurzgearbeitet. Es sei oberste Regel, das Geld zusammenzuhalten, sagte Konzernlenker Norbert Reithofer bei der Bilanzvorlage vor zwei Wochen. Eine Ergebnisprognose für das „Übergangsjahr 2009“ wagte er nicht.

Die Belegschaft hat den Bonus-Verzicht nach Berichten aus Arbeitnehmerkreisen bei einer Betriebsversammlung am 20. März gebilligt. Beweggrund dafür war die bis 2014 laufende Arbeitsplatzgarantie, wie es heißt. Diese gilt nur, solange BMW schwarze Zahlen schreibt. Fällt ein Fehlbetrag an, sind betriebsbedingte Kündigungen möglich. „Beschäftigungssicherung geht vor Erfolgsbeteiligung“, sagte ein Belegschaftsvertreter.

Immerhin steigen die Tarifgehälter der Mitarbeiter ohne Verzögerung ab 1. Mai um 2,1 Prozent. Betriebsrat Haumer sagte unserer Zeitung, eine Verschiebung des Aufschlags sei vom Tisch. Der im November ausgehandelte Tarifvertrag für die Metall- und Elektrobranche hätte einen Aufschub der Lohnerhöhung um bis zu sieben Monate erlaubt. Dem hätte jedoch der Betriebsrat zustimmen müssen. In einer ersten Stufe waren die Tarifgehälter im Februar um 2,1 Prozent angehoben worden.

von Florian Ernst

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