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Medienunternehmer Leo Kirch im Prozessmarathon.

Prozess

Kirch wehrt Klage über fünf Millionen Euro ab

München - Im Prozessmarathon um die Insolvenz der Kirch-Gruppe hat Medienunternehmer Leo Kirch eine Klage über fünf Millionen Euro abgewehrt.

Diese Summe hatte der Insolvenzverwalter der Holdinggesellschaft der Kirch-Gruppe von dem Unternehmer persönlich eingeklagt. Das Landgericht München wies die Klage ab, wie es am Dienstag mitteilte.

Kirch hatte sich das Geld als Gesellschafter der Holding in den Jahren 2001 und 2002 auszahlen lassen. Zu diesem Zeitpunkt sei die Gesellschaft aber bereits zahlungsunfähig und überschuldet gewesen, begründete der Insolvenzverwalter seine Klage. Ein vom Gericht beauftragter Sachverständiger kam jedoch nach Prüfung der Bücher zu dem Ergebnis, dass die Holding zum Zeitpunkt der Auszahlungen noch kreditwürdig und liquide gewesen sei. Kirch müsse das Geld also nicht zurückzahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Zuletzt hatte der 82-jährige Kirch vor Gericht eine Schlappe hinnehmen müssen. Sieben Jahre nach der Insolvenz seines Medienkonzerns war er mit der Forderung nach zwei Milliarden Euro Schadenersatz von der Deutschen Bank gescheitert. Deren früherer Chef Rolf Breuer hatte in einem Interview im Februar 2002 die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe in Zweifel gezogen. Kirch wirft ihm vor, damit die Insolvenz des Medienkonzerns zwei Monate später verursacht zu haben. Eine zweite Milliardenklage ist noch offen.

(ap)

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