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Premiere hat es mit der Wahrheit um die Abo-Zahlen nicht so genau genommen.

Klage gegen Premiere

München/Frankfurt - Anfang Oktober hatte Premiere die Angaben zu seiner Kundenzahl deutlich gesenkt. Das hat nun ein juristisches Nachspiel.

Vor dem Landgericht Frankfurt sei eine erste Klage von zwei Anlegern wegen fehlerhafter Angaben zu den Abozahlen in den Börsenprospekten 2005 und 2007 eingereicht worden, teilte die Kanzlei CLLB Rechtsanwälte am Dienstagabend in München mit.

Der Bezahlsender hatte Anfang Oktober 2008 die eigenen Angaben zu seiner Kundenzahl um rund ein Fünftel gesenkt und damit die Börsen schockiert. Der Premiere-Aktienkurs brach damals zeitweise um gut die Hälfte ein.

Ein Sprecher des Unternehmens wollte keine Stellungnahme abgeben, da die Klageschrift noch nicht vorliege. Auch beim Landgericht Frankfurt war die Klage nach Angaben eines Sprechers zunächst noch nicht registriert.

In der Mitteilung der Anwaltskanzlei hieß es, Premiere habe am 2. Oktober 2008 gemeldet, lediglich 2,411 Millionen Abonnenten zu haben, bis dahin seien die Anleger aber aufgrund der Darstellung in den Börsenprospekten von mehr als 3 Millionen Abonnenten ausgegangen.

Darin seien offenbar auch nicht aktivierte und bereits beendete Abonnements enthalten gewesen. “Darauf wurde beim Börsengang und bei der Kapitalerhöhung jedoch nicht hingewiesen“, erklärte Rechtsanwalt Franz Braun. “Grundsätzlich stehen den Aktionären deshalb Prospekthaftungsansprüche zu.“

Vor allem diejenigen Anleger, die für die Kapitalerhöhung im Jahr 2007 gezeichnet hätten, könnten verlangen, dass diese Geschäfte rückabgewickelt beziehungsweise Verluste ersetzt würden.

Angesichts des drastischen Kurseinbruchs für der Premiere-Aktien von über 30 Euro beim Börsengang auf mittlerweile unter 2 Euro dürfte es nach Einschätzung der Kanzlei zahlreiche geschädigte Anleger geben. Braun räumte allerdings ein, dass sich bisher keine weiteren an einer Klage interessierten Aktionäre bei der Kanzlei gemeldet hätten.

dpa

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