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Wer genaue Absprachen trifft, kann sich und dem Handwerker Streit um Geld und Leistungen ersparen.

So vermeiden Sie Ärger mit dem Handwerker

Klare Regeln, gute Arbeit

Wenn die Waschmaschine versagt oder die Heizung streikt, befürchten viele Ärger mit dem Handwerker, der beauftragt wird. Überraschungen wie überhöhte Rechnungen oder mangelhafte Arbeit kann man aber leicht vermeiden.

Wer einen Handwerker beauftragt, sollte zum beiderseitigen Wohl vor allem eines: „Miteinander Klartext reden“, rät Markus Saller , Jurist bei der Verbraucherzentrale Bayern. Und zwar nicht nur nach getaner Arbeit, sondern auch schon vor der Auftragsvergabe. Wir erklären, worauf Sie achten sollten.

Auftragsvergabe

Soll etwas Neues erstellt werden, ist die Vorgehensweise einfach. Man holt mindestens drei – kostenlose – Angebote ein und vereinbart schriftlich einen Festpreis. Allerdings lassen sich viele Unternehmen nicht auf eine Festpreisvereinbarung ein. „Wird auf Basis eines Kostenvoranschlags gearbeitet, darf der Endpreis maximal um 15 Prozent teurer werden“, sagt Saller. Problematischer wird es bei Reparaturen. Hier sind die Kosten oft vorher nicht genau einzuschätzen. Saller rät, bereits am Telefon den Handwerker wissen zu lassen, dass er nur eine Diagnose stellen soll. Ob der Auftrag für eine Reparatur erteilt wird, kann man sich dann noch überlegen. Für eine Diagnose darf der Handwerker allerdings Anfahrt und Arbeitszeit berechnen.

Abnahme

Erst wenn der Kunde die fertige Arbeit für in Ordnung hält, wird der Lohn fällig. „Diese Abnahme durch den Auftraggeber ist enorm wichtig“, sagt Saller – viele unterschätzen die Wirkungen der Abnahme. Ist man unzufrieden, sollte man die Arbeit auch nicht abnehmen. „Dann ist der Handwerker in der Beweispflicht, dass er gut gearbeitet hat“, sagt der Jurist. Nach der Abnahme muss jedoch der Kunde die Beweise für etwaige Mängel vorlegen. Ist man als Laie überfordert, eine Handwerkerarbeit zu bewerten, ist oft die Einschaltung eines Sachverständigen notwendig.

Rechtsgrundlage

Es kann für den Kunden einen eklatanten Unterschied machen, ob der Handwerker nach VOB – dem Bauvertragsrecht für Profis – oder nach Werkvertragsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches arbeitet. In der VOB haben die Handwerker mehr Spielraum, was für den Kunden von Nachteil sein kann. Wichtig: Will ein Handwerker nach VOB arbeiten, muss der Verordnungstext (Teil B) dem Kunden bei Vertragsabschluss zur Verfügung stehen. Sonst ist das Regelwerk nicht wirksam, betont Saller.

Reklamation

Hier wird es knifflig. Es gilt eine Gewährleistungspflicht von zwei bzw. von fünf Jahren bei Arbeiten an Gebäuden. Meist kann der Kunde nicht beurteilen, ob ein Schaden eingetreten ist, weil ein Handwerker mangelhaft gearbeitet hat. Dann benötigt man ein Sachverständigenurteil. Ist die Reklamation allerdings unstrittig, darf der Handwerker innerhalb einer vom Kunden realistisch gesetzten Frist nachbessern. Erst wenn das nicht geschieht, darf man ein anderes Unternehmen beauftragen. Die Kosten muss der säumige Handwerker tragen.

Notdienste

Ist man auf einen Notdienst angewiesen, sollte man auf ortsansässige Firmen setzen, sie berechnen geringere Fahrtkosten. „Aufträge nur auf Basis eines Festpreises vereinbaren“, rät Rechtsexperte Saller. Statt bar zu zahlen, kann man vom Handwerker eine Rechnung erwarten, die nachvollziehbar und überprüfbar ist. Es genügt, nur das Nötigste reparieren zu lassen. Perfekt kann die Reparatur billiger wochentags ausgeführt werden.

Mehr Informationen

gibt es per Fax-Abruf unter 09 00 1 / 25 26 65 52 40 (6 Seiten, 1 Minute = 0,62 Euro) bis 19. Juni. Das Fax-Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken. Kein Fax? Dann senden Sie einen mit 0,90 Euro frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Ärger mit Handwerker vermeiden“ an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf.

Annette Jäger

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