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Der Mittelstand spürt die Krise.

Wirtschaftskrise

Krise trifft Mittelstand in voller Breite

Berlin - Einen “atemberaubenden Einbruch“ bei den Umsatzerwartungen des Mittelstands hat die Wirtschaftsauskunftei Creditreform festgestellt. Der Informationsdienst für Wirtschaft rechnet heuer mit bis zu 35.000 Firmenpleiten.

Nach der am Dienstag in Berlin vorgelegten Frühjahrsuntersuchung 2009 rutschte der Saldo aus erwarteten Umsatzsteigerungen und -rückgängen vom Vorjahreswert plus 18,1 auf aktuell minus 21 Prozentpunkte ab. Das stelle sogar das Krisenjahr 2003 in den Schatten, hieß es.

Von der Konjunkturpaketen der Bundesregierung gehe für den Mittelstand wenig Wirkung aus. Damit hat die Krise den Mittelstand “in seiner gesamten Breite“ erfasst, wie Creditreform feststellte. Nach knapp 30.000 Firmenpleiten im vergangenen Jahr rechnet der Informationsdienst für die Wirtschaft für das laufende Jahr mit einem Anstieg auf bis zu 35.000 Fälle. Bedroht seien vor allem kleine Betriebe mit weniger als sechs Mitarbeitern, die in Vorjahr etwa 80 Prozent aller Insolvenzfälle ausmachten. Über 71 Prozent der mittelständischen Unternehmen wollen laut dem Bericht ihren Mitarbeiterbestand halten. Demgegenüber werden laut Studie 17 Prozent der Betriebe Entlassungen vornehmen müssen.

Am stärksten betroffen im kommenden Halbjahr seien Zeit- beziehungsweise Leiharbeitskräfte und einfache Facharbeiter. Fachpersonal mit langjähriger Berufserfahrung werde dagegen auch in der aktuellen Krise gesucht, hieß es bei Creditreform. Wie die Umsatzerwartungen brach den Angaben zufolge auch die Investitionsbereitschaft ein. Binnen Jahresfrist sank demnach der Wille zu Investitionen um rund zehn Prozentpunkte auf derzeit gut 41 Prozent. Den stärksten Rückgang mit Werten von 61,6 auf fast 43 Prozent gab es beim verarbeitenden Gewerbe, das im Umfeld des Mittelstandes als Fels in der Brandung gelte. Das eher binnenwirtschaftlich agierende Baugewerbe blieb demgegenüber mit Werten von jeweils rund 40 Prozent stabil.

(ap)

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