Leipziger Automesse AMI im Schatten der Krise

Leipzig - Die diesjährige Leipziger Automesse Auto Mobil International (AMI) steht tief im Schatten der weltweiten Branchenkrise.

Hoffnungen auf einen Absatzschub verbinden die Hersteller vor allem mit der Abwrackprämie. In den Konzernzentralen regiert der Rotstift. Die AMI musste Absagen namhafter Hersteller wie BMW, Mitsubishi, Fiat und des ums Überleben kämpfenden Opel- Mutterkonzerns General Motors verkraften.

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Der Präsident des Branchenverbandes VDIK, Volker Lange, erwartet, dass vor allem die jetzt geplante Aufstockung der Umweltprämie die Lust auf Neuwagen ankurbelt. Immerhin habe sich bei den Neuzulassungen im Februar der Privatkundenanteil von 39 auf 56 Prozent gesteigert, sagte er. Für dieses Jahr erwarte er 3,1 Millionen Neuzulassungen. Damit werde sich der Neuwagenzuwachs auf dem Niveau von 2008 stabilisieren. “Die Umweltprämie wird die Krise der Branche nicht auf Dauer lösen, daher müssen weitere Anreizsysteme für den Tausch alt gegen neu geschaffen werden, wie die CO2-bezogene Kfz-Steuer“, sagte Lange. Die Aussteller hätten sich jedenfalls für die AMI auf einen hohen Beratungsbedarf eingerichtet.

Der weltgrößte Autobauer Toyota verzeichnete in Deutschland dank der Abwrackprämie einen neuen Absatzrekord. Die Japaner verkauften im Februar 13 650 Autos. Das sei ein Plus von 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und der “beste Februar in der Geschichte“, sagte Toyota-Deutschland-Chef Alain Uyttenhoven. Er rechnet auch für März mit Rekordwerten. Die krisengeschüttelte GM-Tochter Opel verkaufte im ersten Quartal 2009 rund 60 Prozent mehr Autos als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Bundesweit seien auch dank der Umweltprämie 120 000 Fahrzeuge verkauft worden, sagte der neue Vertriebschef Michael Klaus.

Unterdessen forderte Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes eine Abwrackprämie für Autos auf europäischer Ebene. “Wenn sich die Regierungen und die EU-Kommission schnell entschließen könnten, würden wir eine paneuropäische Initiative sehr begrüßen“, sagte er am Freitag in einem dpa-Gespräch. “Sie muss einfach und klar sein und sie sollte sich an einer Größenordnung wie in Deutschland orientieren, weil sich dort gezeigt hat, dass sie ihre Wirkung entfalten kann.“ Im vergangenen Jahr hatte die AMI die Rekordzahl von 293 000 Besuchern erreicht. Die Messe mit rund 490 Ausstellern läuft in diesem Jahr bis zum 5. April.

dpa

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