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Noch-Bahnchef Hartmut Mehdorn.

Mehdorn pocht auf Millionen-Zahlung von der Bahn

Berlin - Der scheidende Bahnchef Hartmut Mehdorn hält es für angemessen, dass ihm aus seinem Arbeitsvertrag noch eine Millionensumme ausgezahlt wird.

“Ich habe einen Vertrag mit der Bahn, und der muss erfüllt werden. Nicht mehr und nicht weniger“, sagte der Manager der “Bild“-Zeitung (Montagausgabe).

Zugleich wies er Vorwürfe in Zusammenhang mit der Datenaffäre zurück. “Ich habe ein reines Gewissen. Ich habe von diesen Vorgängen nichts gewusst. Unabhängig davon habe ich als Chef die Verantwortung und trage sie auch“, sagte der Manager.

Mehdorn sieht sich offenbar als Opfer einer Intrige. “Es gab eine Agenda, mich wegzukriegen, und das ist gelungen“, sagte er. Es werde der Eindruck vermittelt, dass Bahn-Mitarbeiter systematisch bespitzelt wurden. Das stimme aber nicht. “Und das wird aus meiner Sicht auch der Abschlussbericht unabhängiger Ermittler belegen.“

Kritik übte Mehdorn an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). “Herr Tiefensee hat von Beginn an mit der Bahn gefremdelt. Vielleicht hat er sich geärgert, dass er nicht mein Chef war.“ Die Bahn sei eben eine Aktiengesellschaft, und er sei vom Aufsichtsrat kontrolliert worden, sagte er. “Ich bin dem Unternehmen verpflichtet und nicht einer Behörde.“

Mehdorn räumt nach fast zehn Jahren als Vorstandschef des Staatskonzerns am 30. April seinen Stuhl. Einen Monat vorher, am 30. März, hatte er wegen der massenhaften heimlichen Datenabgleiche bei seinen Mitarbeitern seinen Rücktritt angeboten. Mehdorns Vertrag sollte bis Mitte 2011 laufen. Der scheidende Bahnchef erhält nach Angaben der “Süddeutschen Zeitung“ 4,9 Millionen.

Nach AP-Informationen setzt sich die Summe aus dem vorgesehenen Grundgehalt und einer Durchschnittssumme der Boni der letzten Jahre zusammen. Laut Transnet-Chef Alexander Kirchner, der selbst keine Zahlen nannte, handelt es sich dabei nicht um “Sonderzahlungen, sondern (um) das, was ihm zusteht“.

AP

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