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Die Telekom will das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen. 

Nach Datenschutzskandalen: Telekom will Vertrauen zurückgewinnen

Bonn - Nach den zahlreichen Datenklau- und Spitzelskandalen bei der Deutschen Telekom will das Unternehmen mit verschärften Kontrollen das Vertrauen seiner Kunden zurückgewinnen.

Wie aus dem ersten, am Dienstag veröffentlichten Datenschutzbericht des Konzerns hervorgeht, sind die Speicherfunktionen von Arbeitsplatzrechnern weiter eingeschränkt worden, um die Mitnahme von Daten zu unterbinden. Zudem schlügen die Systeme bei Massendatenabfragen nun schneller Alarm und die Zugriffe auf Datenbanken würden stärker dokumentiert, erklärte die Telekom.

Eingesetzt wurde nach Unternehmensangaben auch ein unabhängiger Datenschutzbeirat, der mit externen Experten besetzt ist. Dieses Gremium tage regelmäßig und soll den Vorstand beraten. Eine weitere Maßnahme, um Datenklau in Zukunft zu verhindern, sei der schnellere Ablauf von Benutzerkennungen und die Ausweitung der Nutzung fester IP-Adressen. Mitarbeiter und Vertriebspartner könnten auf diese Weise nur von bestimmten Rechnern aus auf die Systeme zugreifen. “Die Vorlage des Datenschutzberichtes ist ein weiterer Schritt zur Einlösung unseres Versprechens, für mehr Transparenz zu sorgen“, sagte Manfred Balz vom Vorstand Datenschutz, der ebenfalls erst im Zuge des Skandals eingerichtet worden war.

Angesichts der Datenvorfälle stark gestiegen ist im vergangenen Jahr die Zahl der beim Konzerndatenschutz eingegangenen Kundenanfragen und -beschwerden: Von rund 600 im Jahr 2007 kletterten sie 2008 auf rund 1.400. Auch die Anfragen der Aufsichtsbehörden hat sich laut Bericht in dem Zeitraum mehr als verdoppelt.

Kundendaten in falsche Hände

Im vergangenen Jahr waren vor allem bei der Telekom immer wieder Fälle bekanntgeworden, in denen Millionen von Kundendaten in falsche Hände gerieten. Im Mai hatte das Unternehmen zudem Strafanzeige bei der Bonner Staatsanwaltschaft erstattet, nachdem intern aufgedeckt worden war, dass 2005 und 2006 unter anderem Journalisten und Aufsichtsräte von der Konzernsicherheit bespitzelt worden waren.

Als Konsequenz hatte der Konzern im vergangenen Oktober unter anderem bessere Standards beim Datenschutz und eine schnellere Information der Öffentlichkeit bei Problemen angekündigt. Auch die jährliche Veröffentlichung eines Lageberichts zum Stand des Datenschutzes ist Teil dieses Maßnahmenpakets. Die bereits angelaufenen Sicherheitsmaßnahmen sollen nach Angaben des Konzerns auch 2009 unvermindert fortgeführt werden.

Schwerpunkte liegen demnach auf der Erhöhung der Kontrolldichte und der Standardisierung der datenschutzspezifischen Anforderungen an Produkt- und IT-Entwicklungen, wie der Konzern-Datenschutzbeauftragte Claus Dieter Ulmer erklärte. Der Bericht wird laut Konzern dem Bundesdatenschutzbeauftragten wie auch dem Aufsichtsrat vorgelegt.

AP

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