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Anleger der Hypo Real Estate hoffen nach dem Staatseinstieg auf Kursgewinne.

Nach Staatseinstieg bei HRE: Spekulanten hoffen auf Gewinne

Berlin/München - Nach dem Einstieg des Staates bei der ums Überleben kämpfenden Hypo Real Estate (HRE) spekulieren Anleger auf satte Kursgewinne.

Die Aktien des maroden Immobilienfinanzierers legten am Montag zum Handelsbeginn teils um mehr als 49 Prozent zu. Am Nachmittag lagen HRE mit 1,53 Euro immer noch um gut 34 Prozent im Plus. Händler gingen davon aus, dass die HRE-Aktionäre offenbar auf ein Übernahmeangebot auf dem Niveau der jüngsten Kapitalerhöhung durch den Bund hoffen. In Bankenkreisen wurde dies jedoch für unwahrscheinlich gehalten. Der Preis von 3 Euro je Aktie bei der Kapitalerhöhung beziehe sich nur auf diese erste Tranche.

Der Bund steigt in einem ersten Schritt für 60 Millionen Euro mit einem Anteil von 8,7 Prozent bei der mit Milliardenverlusten kämpfenden HRE ein. Dafür werden je Aktie drei Euro gezahlt. Der Bund will weitere Gelder bereitstellen und strebt über den staatlichen Rettungsfonds SoFFin eine Komplettübernahme der HRE an - notfalls über eine Enteignung der Aktionäre. Nach einer Entscheidung des Bundesrates wird eine rasche Entscheidung angestrebt. Aktionäre würden dann zwangsentschädigt - zu einem bestimmten Preis. Die HRE hat mit fast 5,5 Milliarden Euro den größten Verlust aller deutschen Unternehmen für 2008 vermeldet. Ohne die in Aussicht gestellte Staatsbeteiligung müsste das Institut schließen.

Der Bundesrat soll an diesem Freitag über das neue Banken-Gesetz entscheiden, zu dem auch die Enteignungspläne gehören. Die Finanzminister der Länder pochen auf Nachbesserungen und streben eine steuerliche Gleichbehandlung bei den Hilfen für Landesbanken und andere Banken durch den SoFFin an. Konkret geht es um eine Ausnahme beim Verlustvortrag, die die Länder ebenfalls nutzen wollen.

Länder-Finanzminister drohen mit dem Vermittlungsausschuss. Sie können das Gesetz zwar nicht stoppen, Folge wären aber erhebliche Verzögerungen. Zuletzt gab es aber Signale, dass es bis zum 3. April zu einem Kompromiss kommt und die Gesetzespläne dann auch vom Bundesrat gebilligt werden. Dann wäre der Weg frei für eine rasche Rettungs-Hauptversammlung der HRE und weitere Kapitalmaßnahmen.

Dem Vernehmen nach könnten sich die Länder mit einer belastbaren politischen Zusage zufriedengeben, dass ihre Forderungen “zeitnah“ umgesetzt werden. Sie würden dann auf ein Vermittlungsverfahren verzichten. Die Länderforderungen könnten dann bei einem anderen Gesetzesvorhaben berücksichtigt werden. Als ein “Aufhänger“ galt zuletzt das Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen (“Bürgerentlastungsgesetz“).

Das Finanzministerium richtet sich darauf ein, dass der Bundesrat in dieser Woche entscheidet. Von dem Zeitpunkt an sei der Bund in der Lage, den Weg der Übernahme der HRE zu gehen. “Nun muss man sehen, ob es diese Woche noch Bewegung gibt. Das wird sich zeigen“, sagte Ministeriumssprecher Torsten Albig. Es habe ein Angebot des Bundes gegeben, das die Länder-Finanzminister zunächst abgelehnt hätten.

Der baden-württembergische Finanzminister Willi Stächele (CDU) betonte: “Wir wollen das notwendige Gesetz zur weiteren Stabilisierung des Finanzmarktes nicht unnötig blockieren.“ Es könne aber nicht sein, dass Stützungsmaßnahmen der Länder steuerlich schlechter behandelt werden als Stützungsmaßnahmen des Bundes.

dpa

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