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Die Handwerker im Regierungsbezirk Oberbayern hoffen auf einen Aufschwung im Sommer.

Umfrage

Oberbayerns Handwerker hoffen auf Sommer-Hoch

Knapp zwei Drittel der Handwerksbetriebe in Oberbayern blicken positiv in die Zukunft. Im Sommer erhoffen sich die Unternehmer einen Auftragsschwung durch die staatlichen Konjunkturpakete. Derzeit plagen sie jedoch Umsatzeinbrüche.

Das Stimmungsbarometer im oberbayerischen Handwerk scheint gut, das zeigt eine gestern in München veröffentlichte Umfrage der Handwerkskammer für München und Oberbayern (HKW). Demnach lief das erste Quartal 2009 für 64 Prozent der Handwerksbetriebe „befriedigend“ oder „gut“ und 67 Prozent rechnen damit auch in den kommenden Monaten. „Das ist deutlich besser als die Gesamtwirtschaft, aber deutlich schlechter als 2008“ – so bewerte HWK-Präsident Heinrich Traublinger die Situation.

Schlechter sieht es etwa beim Umsatz aus. Der sank in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Preisbereinigt liegt das Minus bei 4,5 Prozent. Dieser Rückgang erkläre sich aber auch durch den lang anhaltenden Winter und der Tatsache, dass viele Betriebe ihre Preise gesenkt haben bzw. senken mussten, um Anschlussaufträge zu erhalten, sagte Traublinger.

Als „besorgnisauslösend“ bezeichnete er dann auch die Auftragsbestände einzelner Branchen. Im Schnitt haben die oberbayerischen Betriebe für 5,4 Wochen gesicherte Arbeit – das ist im Vergleich zum Vorjahresquartal ein stabiler Wert. „Aber es kommt nichts nach“, sagte Traublinger. Vor allem im Bereich des Gewerbebaus gebe es so gut wie keinen Zulauf. Die derzeitigen Reserven führt der HWK-Präsident eher auf den langen Winter zurück, der viele Baustellen ruhen ließ. Sollte der Bestand auf unter fünf Wochen sinken, dann werde es kritisch. Wenn sich Aufträge nicht mehr nahtlos aneinanderfügen, würden speziell auf Bauunternehmer enorme Mehrkosten hinzukommen, wenn etwa Kräne zwischengelagert werden müssen. Traublinger hofft daher auf den Sommer und die positiven Wirkungen der staatlichen Konjunkturpakete, die sich ab August oder September zeigen könnten.

Gerade im Bereich der Modernisierung und des öffentlichen Baus erhofft sich der HWK-Präsident Zuwächse. Mit einer Pleitewelle bis dahin rechnet er nicht, auch wenn es im zweiten Quartal vom Umsatz gesehen noch einmal nach unten gehen könnte. Die Betriebs- und Beschäftigtenzahlen in Höhe von über 70 000 bzw. rund 280 000 bezeichnete Traublinger als „relativ stabil“. Aufs ganze Jahr gesehen bleibt er aber bei seiner Umsatzprognose von preisbereinigt minus zwei bis minus vier Prozent.

Von Stefanie Backs

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