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Die Mitarbeiter von Opel müssen weiter bangen. Am Montag wurden sie in Bochum bei einer Betriebsversammlung über die aktuellen Geschäftsentwicklungen informiert.

Gnadenfrist für GM

Opel-Mitarbeiter müssen weiter bangen

Washington/Rüsselsheim - Die Opel-Mitarbeiter müssen weiter um ihre Zukunft bangen. Die US-Regierung gibt dem am Abgrund stehenden Mutterkonzern General Motors (GM) nur noch eine letzte Gnadenfrist von 60 Tagen, bis zu der ein radikales Sanierungsprogramm stehen muss.

Sonst droht das Weiße Haus offen mit einer Pleite. In Deutschland ließ Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den Zeitpunkt zur Entscheidung über Staatshilfe für Opel weiter offen. Berlin werde auch die zwei Monate nutzen, um an Lösungen für Opel zu arbeiten, sagte er am Montag. “Wir wollen helfen, wo man helfen kann.“

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GM-Chef tritt zurück

Als ersten Schritt für einen Neuanfang bei GM setzte die US- Regierung einen Chefwechsel durch. Der langjährige Konzernlenker Richard Wagoner wurde durch der bisherigen Vize und früheren Europa- Chef Fritz Henderson ersetzt. Der Opel-Betriebsrat begrüßte Wagoners Ablösung. “Ich habe mich immer gewundert, wie lange sich jemand halten kann, der den Unternehmenswert von GM um 90 Prozent gemindert hat“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. “Henderson kennt Europa sehr gut, wir arbeiten in einem offen und guten Dialog miteinander.“

In von US-Medien veröffentlichten Dokumenten geht die von US- Präsident Barack Obama eingesetzte Sonderkommission, die sogenannte Task Force, ungewöhnlich hart ins Gericht mit den bisherigen Sanierungsplänen von GM und des kleineren Konkurrenten Chrysler. Ausdrücklich heißt es, möglicherweise werde ein Insolvenzverfahren die beste Lösung sein, in “schneller und chirurgischer Manier“. Die frühere Daimler-Tochter Chrysler betrachtet die US-Regierung als eigenständig nicht überlebensfähiges Unternehmen. Der Autobauer hat auch nur 30 Tage Zeit bekommen, eine engere Zusammenarbeit mit dem Partner Fiat auf die Beine zu stellen. Dann könnten die geforderten weiteren sechs Milliarden Dollar gewährt werden, hieß es.

Der Untergang der Firmennamen

Der Untergang der Firmennamen

Obama will seine Pläne am Montagnachmittag deutscher Zeit (1700 MESZ) auf einer Pressekonferenz vorstellen.

Von einem endgültigen Sanierungskonzept für GM hat die deutsche Bundesregierung auch Hilfen für die Tochter Opel abhängig gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht an diesem Dienstag den Autobauer in Rüsselsheim.

Opel mit seinen mehr als 25 000 Mitarbeitern in Deutschland will sich von GM unabhängiger machen und sucht dafür Investoren. Merkel lehnt einen Staatseinstieg bisher ab, führende SPD-Politiker haben sich dafür ausgesprochen. Das Land Rheinland-Pfalz stellte bereits eine Beteiligung in Aussicht.

Wagoner hielt sich seit 2000 trotz riesiger Verluste, Absatzeinbrüche und immer heftigerer Kritik im Sattel bei GM. In den vergangenen vier Jahren häufte der einst weltgrößte Autobauer Verluste von insgesamt mehr als 80 Milliarden Dollar (60 Mrd Euro).

 Der 50-jährige Henderson galt bei vielen bereits als ausgemachter Nachfolger. Als Chief Operating Officer war er seit einem Jahr für das laufende Geschäft zuständig. Als früherer Chef der Europa-Tochter kennt er auch die Lage bei Opel bestens.

GM und Chrysler haben bisher insgesamt 17,4 Milliarden Dollar an Staatskrediten erhalten. Die Opel-Mutter forderte bisher zusätzliche 16,6 Milliarden Dollar, Chrysler fünf Milliarden. Ohne neues Geld droht die rasche Pleite.

dpa

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