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Konkurrenz für die Briefmarke: Auch per Handy oder Internet können Briefe und Pakete frankiert werden.

Alternativen zur Briefmarke

Das Porto aus dem Internet

Internetmarke und Handyporto laufen der herkömmlichen Briefmarke allmählich den Rang ab. Mehrere Programme helfen beim Briefversand, im Netz können sogar eigene Briefmarken gestaltet werden. Doch nicht immer lohnt sich das virtuelle Porto.

Als der Freistaat Bayern am 1. November 1849 ein schwarz bedrucktes Papier mit einer weißen „1“ herausgab, wurde das Briefporto zu einer Art neuen Bezahlform auf deutschem Boden. Es gab der Post die Möglichkeit, das Geld für einen Brief nicht mehr beim Empfänger, sondern beim Absender einzukassieren. Seitdem wird fleißig geleckt und geklebt, werden bunte Bildchen aus aller Welt gesammelt und getauscht. Doch die gute alte Briefmarke scheint zum Auslaufmodell zu werden – die Deutsche Post hat im Jahr 2007 ungefähr 20,8 Milliarden Briefsendungen zugestellt, davon waren nur 2,2 Milliarden Sendungen mit Briefmarken freigemacht. Handy sowie PC kommen dem Briefumschlag immer näher.

Per Handy

Mit dem Handyporto bietet die Deutsche Post einen Service, mit dem Briefversender ihren Umschlag jederzeit und überall frankieren können: Für den Kauf des Portos schickt der Nutzer eine SMS mit dem Stichwort „Brief“ oder „Karte“ an die Kurzwahlnummer 22122. Wenige Augenblicke später landet eine SMS auf dem Handy. Sie enthält eine zwölfstellige Zahl, die von Hand auf den Umschlag oder die Karte notiert werden muss – je vier Ziffern nebeneinander.

Dieser Service kostet allerdings: 95 Cent berechnet die Post für einen Standardbrief, der schnelle Postkartengruß lässt sich für 85 Cent per Handy frankieren. Dazu kommen die SMS-Gebühren des Netzbetreibers – insgesamt zahlen Handykunden also rund doppelt so viel für ihren Brief als „altmodische“ Postkunden: Wer das Mobiltelefon in der Tasche lässt und stattdessen eine Briefmarke klebt, zahlt nur 55 Cent. Das übliche Porto für eine Postkarte liegt bei 45 Cent.

Per Internet

Wer sich den Weg zur nächsten Postfiliale sparen will, kommt aber auch günstiger weg – auf „internetmarke.de“ wird der heimische Computer zum Postamt. Über das Internetportal gibt der Besteller die gewünschte Menge und das benötigte Porto ein. Bezahlt wird via Lastschrift, PayPal oder Onlineüberweisung. Bei allen drei Zahlformen ist ein Mindestbetrag von zehn Euro vorgeschrieben – die Differenz wird als Guthaben für den nächsten Kauf hinterlegt. Neben dem tatsächlichen Briefporto fällt bei der „Internetmarke“ keine weitere Gebühr an. Außerdem kann der Besteller ein Wunschmotiv auswählen, das neben die Onlinebriefmarke gedruckt wird.

Während Nutzer beim Handyporto kräftig draufzahlen, können sie beim Paketversand via Internet sparen: Einen Euro weniger berechnet die Post-Tochter DHL für jedes Paket, das über den Online-Service Stampit frankiert wird. Dieser kostet in der Ausführung „Web“ keine Extragebühr und ist auch für Nutzer des Internetauktionshauses Ebay hilfreich – denn bei der Auktionsabwicklung bietet Ebay die Möglichkeit an, einen DHL-Paketschein direkt mit den Daten des Auktionsgewinners auszudrucken.

Internetnutzer, die beim Postversand nicht auf „echte“ Marken verzichten mögen, werden auch in Internetauktionshäusern wie Ebay fündig – dort versteigern Nutzer nicht mehr benötigte Briefmarken und Paketscheine, die noch gültig sind. Gültige Frankaturware wird derzeit in etwa 450 Auktionen angeboten. Sparen können Verbraucher vor allem bei Paketmarken – denn gleich mehrere Ebay-Nutzer kaufen die Kleber im großen Stil auf und geben einen Teil des Mengenrabattes an ihre Kunden weiter.

Von Sebastian Wieschowski

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