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Eine Garantie gibt es für Riester-Fondssparer auf die eingezahlten Beiträge. Ein Gewinn steht infrage.

Riester-Fondssparer

Die Angst vor der Nullrendite

Der Abwärtstrend an den Börsen macht Riester-Fondssparern Sorgen. Viele Kunden sitzen auf echten Verlusten und befürchten eine Nullrendite im Alter. Aber nicht für jeden ist der Ausstieg sinnvoll.

Das Aktiendebakel im Sog der Finanzkrise hat Millionen Riester-Sparer desillusioniert. Wer mit einem Aktienfondssparplan oder einer fondsgebundenen Rentenversicherung fürs Alter vorsorgen wollte, sitzt größtenteils im Minus. Wegen der Kursstürze, oft radikaler Umschichtungen sowie teurer Gebühren hat sich das Riestern über die Börse bislang alles andere als rentiert.

Die eingezahlten Beiträge sowie die staatlichen Zulagen bekommt man zwar im Alter garantiert wieder heraus, Börsenturbulenzen hin oder her. Das gehört zum Grundprinzip beim Riestern, dafür müssen die Anbieter geradestehen. Ob aber für jeden Fondssparer wie erhofft am Ende noch ein ansehnlicher Gewinn abfällt, ist fraglich. Was tun? Dabeibleiben oder umsatteln?

"Für so manchen kann es sinnvoll sein, das Aktiensparen mit Riester ganz bleiben zu lassen", rät Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zur schonungslosen Analyse. Der persönliche Fonds-Vertrag gehöre auf den Prüfstand, sagt auch Kollege Merten Larisch aus München: "Es kann sein, dass ein Großteil der Verträge bis zum Laufzeitende nicht wieder geheilt werden kann." Auch bei "Finanztest" ist man ins Grübeln gekommen. "Der Anleger trägt das Risiko, dass er mit der Nullrendite leben muss", sagt der Finanzexperte der Zeitschrift, Rainer Zuppe. Buchverluste jetzt echte Einbußen Die meisten der bislang über zwölf Millionen Riester-Kunden haben eine private Rentenversicherung abgeschlossen, die als solide, aber sehr teuer gilt. Etwa ein Drittel davon wurde als fondsgebundene Variante verkauft. Über zwei Millionen Verbraucher stiegen seit Einführung der privaten Altersvorsorge im Jahr 2002 in Aktienfondssparpläne ein, die langfristig - je nach Aktienquote - vergleichsweise hohe Renditen bringen sollen. Die übrigen Kunden riestern über Banksparpläne, bei denen Sicherheit vor Rendite geht.

Zigtausende Fondskunden jenseits der 45 Jahre machen sich momentan nicht allein über die fallenden Kurse Sorgen. Sie sind vor allem enttäuscht über die Sicherungskonzepte ihrer Fondsgesellschaft, die in den vergangenen Wochen aus Buchverlusten echte Einbußen gemacht haben - ausgerechnet in einer Phase, als die Aktienkurse so richtig im Keller waren. Ein führender Anbieter zog beispielsweise bei 360 000 Verträgen die Reißleine und schichtete deren Aktienfondsanteile aus Sicherheitsgründen in Rentenfondsanteile um. Und zwar auf Dauer.

Was als Notbremse gegen weitere Verluste und zur Absicherung der Beitragsgarantie gedacht ist, hat erhebliche finanzielle Konsequenzen für die Kundschaft: Weil der umgewandelte Bestand bis zur Rente "aktienfrei" bleibt und nur die neuen Beiträge wieder an der Börse angelegt werden, hat es der Depotbesitzer schwer, von einer Aufwärtsbewegung der Kurse so richtig zu profitieren und die Verluste wettzumachen.

Je länger ein Vertrag schon bespart wurde, desto stärker drückt eine Umschichtung die Rendite, hat Zuppe nachgerechnet. Und je älter der Kunde ist, desto weniger Zeit bleibt, Einbußen wieder aufzuholen. Die vom Gesetzgeber gut gemeinte Werterhaltungsgarantie habe sich als Nachteil für den Anleger entpuppt, meint Dorothea Mohn, Altersvorsorgespezialistin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv). Das müsse diskutiert werden.

Kleiner Trost: Nicht alle Fondssparer sitzen auf echten Verlusten und längst nicht jede Fondsgesellschaft fuhr die Aktienquote schlagartig und dauerhaft auf null herunter. Wer nicht mehr zufrieden sei mit seinem Riester-Aktiensparvertrag solle ihn dennoch nicht kündigen, rät Zuppe. Besser sei, ihn beitragsfrei zu stellen und bis zum Ende weiterlaufen zu lassen. Dann gehen eingezahlte Gelder wie Zulagen nicht verloren. Zugleich kann grundsätzlich weiter geriestert werden.

Renten-Vertrag "keine Alternative" Wer auf Nummer sicher gehen will, solle über einen Wechsel zum Riester-Banksparplan nachdenken, so Larisch. Da sei man von Anfang an im Plus und am Ende deutlich über null. Wer unter 40 Jahre alt ist, nach wie vor an die Chance der Aktienmärkte glaubt, aber sein Risiko künftig minimieren will, könne auch auf einen Fondsvertrag mit geringerer Aktienquote und niedrigen Gebühren umsteigen. Keine empfehlenswerte Alternative sei der Wechsel zum Riester-Rentenvertrag, winkt Nauhauser ab: "Viel zu teuer erkauft, bei den hohen Gebühren ist man erst nach circa zehn Jahren im Plus."

Berrit Gräber

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