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Archiv: Beschäftigte des fränkischen Zulieferers Schaeffler KG demonstrieren am 18.02.2009 in Herzogenaurach für eine staatliche Überbrückungshilfe für den hoch verschuldeten Konzern.

Schaeffler-Krise: SPD kritisiert Zurückhaltung der CSU

München/Nürnberg - Die bayerische SPD hat scharfe Kritik an der Zurückhaltung der Staatsregierung beim hoch verschuldeten Autozulieferer Schaeffler geübt.

Das fränkische Unternehmen werde aus ideologischen Gründen einfach links liegen gelassen, sagte der bayerische SPD-Landesgruppenchef Florian Pronold am Samstag nach einem Treffen der SPD mit dem Schaeffler-Gesamtbetriebsrat in Nürnberg. Unter dem früheren bayerischen Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) sei dies nicht vorstellbar gewesen. “Dann hätten die dort schon ein Büro eröffnet.“

Die SPD halte staatliche Hilfe für Schaeffler unter bestimmten Voraussetzungen für richtig. Dazu gehöre vor allem ein Konzept für die Fortführung und die Zusammenarbeit des Unternehmens mit Betriebsräten und Gewerkschaft. “Uns geht es darum, dass wir die Arbeitsplätze sichern“, sagte Pronold. An jedem Arbeitsplatz bei Schaeffler hingen fünf andere bei anderen Unternehmen.

Die CSU hat die Vorwürfe der SPD scharf zurückgewiesen. “Die Kritik der Bayern-SPD läuft völlig ins Leere“, teilte Staatskanzlei- Chef Siegfried Schneider (CSU) am Samstag mit. Während die SPD- Bundesminister Peer Steinbrück und Olaf Scholz die Schaeffler-Leitung polemisch angegriffen und jede Hilfe abgelehnt hätten, habe die Staatsregierung sofort nach Bekanntwerden der Schwierigkeiten bei Schaeffler die Initiative ergriffen und gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsminister, wichtigen Ministerpräsidenten und der Unternehmensleitung Lösungen gesucht. “Die Staatsregierung ist seitdem in ständigem Kontakt mit Schaeffler.“ Oberstes Ziel sei es, Arbeitsplätze und Standorte des Unternehmens zu sichern.

Der Schaeffler-Konzern hat in Deutschland rund 25 Standorte mit etwa 31 000 Mitarbeitern. Der fränkische Konzern ist wegen der Übernahme des Konkurrenten Continental mit rund zehn Milliarden Euro verschuldet und kann die Zinsen von monatlich rund 70 Millionen Euro nicht mehr aufbringen.

dpa

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