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Auch unter Palmen muss der Versicherungsschutz stimmen. Allerdings sind nicht alle Reisepolicen sinnvoll.

Reiseversicherungen

Schutz für die schönsten Tage im Jahr

Wer im Urlaub unter Palmen krank wird oder die Reise gar nicht antreten kann, der braucht einen guten Versicherungsschutz. Wir klären auf, welche Reise-Policen wichtig und welche überflüssig sind.

Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben bei der Versorgung im Ausland große Lücken. „Wenn etwas passiert, müssen aber die Behandlung und der Rücktransport gesichert sein“, rät Markus Saller, Jurist der Verbraucherzentrale Bayern. Denn trotz entsprechenden Vereinbarungen müssen die Touristen oft für die Behandlung bar bezahlen, der Auslandskrankenschein wird häufig nicht akzeptiert. Fällt die Rechnung dann höher aus als nach den deutschen Sätzen, bleiben die Patienten auf den restlichen Kosten sitzen. Hier springt die Reisekrankenversicherung ein: Gegen Vorlage der Originalbelege erstattet sie die vollen Behandlungskosten.

Einige Versicherungen haben ein Höchsteintrittsalter für Reisende: Dieses kann zwischen 54 und 70 Jahren liegen. Die Kosten für die Police richten sich nach dem Alter des Versicherungsnehmers. Eine günstige Jahrespolice ist im Idealfall ab sechs Euro zu haben, für Senioren ab 13 Euro und für Familien ab 14 Euro. Keine gesonderte Reisekrankenversicherung brauchen privat Versicherte.

Reiserücktritt

„Eine Reiserücktrittsversicherung ist vor allem für Familien mit Kindern Gold wert“, erklärt Saller. Gleiches gelte für teure Reisen, die lange im Voraus gebucht würden. Denn sie übernimmt die Stornogebühren des Veranstalters, die je nach Zeitpunkt des Rücktritts bis zu 100 Prozent des Reisepreises betragen können. Aus diesem Grund errechnet sich die Versicherungsprämie aus dem Reisepreis. Bei einer Summe von 1500 Euro muss mit Kosten ab zirka 35 Euro gerechnet werden. Möglichst sollten Tarife ohne Selbstbehalt (bis zu 20 Prozent der Stornokosten) gewählt werden.

Gründe für einen Rücktritt sind der Tod von Angehörigen oder Mitreisenden, eine unerwartete schwere Erkrankung, Schwangerschaft, Impfuntauglichkeit oder plötzliche Arbeitslosigkeit. Anschläge im Ausland werden nicht als Grund anerkannt. Einige Versicherungen beziehen auch einen unverschuldeten verspäteten Reiseantritt in ihre Leistungen mit ein.

Reiseabbruch

Sollte die Reise aus einem wichtigen Grund mittendrin abgebrochen werden müssen, dann greift die Reiseabbruchversicherung. Der Wert des Resturlaubs wird dann erstattet. Sollten durch die außerplanmäßige Rückreise Mehrkosten entstehen übernimmt diese ebenfalls diese Versicherung. Ein Abbruchgrund kann zum Beispiel eine schwerwiegende Erkrankung eines nahen Verwandten sein. Bei einem Reisepreis von 1500 Euro, kostet eine Police ab 15 Euro.

Mallorca-Police

In vielen Urlaubsländern gelten für gemietete Fahrzeuge sehr niedrige Haftpflichtversicherungssummen. Verursacht der Mieter einen Unfall und die geforderte Entschädigungssumme geht über die normale Deckungshöhe hinaus, dann muss der Reisende die Restsumme selbst aufbringen. Dieses Risiko kann mit dem Abschluss einer sogenannten Mallorca-Police vermieden werden, sie bietet einen erweiterten Haftpflichtversicherungsschutz.

Gepäckversicherung

Die Reisegepäckversicherung ist nach Ansicht der Verbraucherschützer wenig sinnvoll. Denn die Koffer sind auch über die normale Hausratpolice versichert, sofern sie sich in einem Gebäude und nicht im Auto oder Wohnmobil befinden. Der Vorteil: Im Gegensatz zur Gepäckversicherung ersetzt die Hausrat den Neu- und nicht den Zeitwert des Gepäcks. Die Versicherung zahlt nur, wenn ihr ein Schaden sofort gemeldet wird. Einbrüche müssen bei der Polizei angezeigt und schriftlich bestätigt werden. Von separaten Gepäckversicherungen raten die Verbraucherschützer ab: In den seltensten Fällen wird der Verlust des Gepäcks ersetzt.

von Diana Millgramm

Ansprechpartner

Tipps zu Reiseversicherungen gibt die Verbraucherzentrale Bayern im Internet unter www.verbraucherzentrale-bayern.de.

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