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Durch die milliardenschwere Rettung der Sparkasse CCM gehen Experten von einer Fusionswelle im Sparkassenbereich aus.

Sparkassenpleite schockiert Spanien

Madrid - Nach der milliardenschweren Rettung der angeschlagenen Sparkasse CCM sind in Spanien Befürchtungen über weitere drohende Pleiten in der Finanzbranche laut geworden.

Die Situation sei weitaus ernster, als es die sozialistische Regierung zugebe, kritisierte am Montag die konservative Opposition. Experten sagten eine Fusionswelle im Sparkassenbereich voraus. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero warnte dagegen, den Fall CCM überzubewerten. Die Sparkasse habe nur einen Anteil von 0,8 Prozent am gesamten spanischen Finanzsystem. Die Kunden reagierten besonnen: Eine befürchtete Welle von Kontoauflösungen blieb nach Angaben von CCM aus.

Wirtschafts- und Finanzminister Pedro Solbes hatte zuvor dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren. Kein anderes Geldinstitut im Land befinde sich in Schwierigkeiten, betonte er. “Wir können weiter auf unser Finanzsystem stolz sein.“ Angesichts der globalen Krise sei auf Dauer aber kein Land völlig immun. An der Madrider Börse gerieten die Bankenwerte unter erheblichen Druck. Die Aktien der großen Geldinstitute brachen um rund fünf Prozent ein.

Die Caja Castilla-La Mancha (CCM) ist das erste spanische Geldinstitut, das seit Ausbruch der Finanzkrise vor dem Zusammenbruch gerettet werden muss. Die Regierung beschloss am Sonntagabend im Eilverfahren eine Staatsbürgschaft von neun Milliarden Euro, um die Sparkasse zu stützen. Diese wird nun von der spanischen Nationalbank zwangsverwaltet. CCM-Chef Juan Pedro Hernández Moltó (57) und sein Vorstand wurden abgesetzt. Ihnen wird Missmanagement vorgeworfen.

Die CCM mit Sitz in Cuenca in Mittelspanien liegt mit Einlagen von rund 17 Milliarden Euro und etwa einer Million Kunden in der Rangliste der spanischen Sparkassen auf Platz 13. Zum Verhängnis sind ihr massive Kreditausfälle in der kriselnden Immobilien- und Baubranche geworden. Spaniens Nationalbank hatte zuletzt 1993 bei einem größeren heimischen Geldinstitut eingreifen müssen. Damals stellte sie die angeschlagene Banco Español de Crédito (Banesto) unter ihre Kontrolle.

dpa

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