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Der Spardruck steigt: Die HypoVereinsbank (hier das Hypohochhaus hinter einem Teil des Maximilianeums) will die Kosten „hart im Griff halten“.

HypoVereinsbank

Trotz Verlust auf Distanz zum Staat

München – Die HypoVereinsbank hat einen horrenden Verlust erlitten, schließt die Inanspruchnahme staatlicher Hilfen aber aus. Man sieht sich vergleichsweise stabil aufgestellt. Dennoch steigt der Spardruck bei dem Münchner Institut.

Der neue Vorstandssprecher der HypoVereinsbank, Theodor Weimer, begrüßte jeden Journalisten per Handschlag zur Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens. Er bemühte sich sichtlich um gute Stimmung. Es war seine erste Veranstaltung dieser Art. Und Weimer hatte keine guten Nachrichten zu verkünden.

Während die HypoVereinsbank 2007 einen Gewinn von gut zwei Milliarden Euro erzielt hatte, erlitt sie im vergangenen Jahr einen Verlust von 671 Millionen Euro, wie das Institut gestern in München mitteilte. Damit habe man sich angesichts der Finanzkrise, die ein „bisher nicht gekanntes Ausmaß“ angenommen habe und eine „schwere Bürde“ darstelle, „recht wacker geschlagen“, fand Weimer. Das Ergebnis sei freilich nicht zufriedenstellend, doch habe man sich im Vergleich zum Wettbewerb solide entwickelt.

Es ist jenes Geschäftsfeld, aus dem Weimer zum Nachfolger des bisherigen HVB-Chefs Wolfgang Sprißler aufgestiegen ist, das dem Institut jetzt die größten Probleme bereitet: die Investmentsparte. Hier verlor die Bank im vergangenen Jahr mehr als zwei Milliarden Euro. Deshalb werde an die Mitarbeiter dieser Sparte kein Bonus für das Jahr 2008 ausgezahlt, betonte Weimer. Auch der bereits angekündigte Abbau von 400 Stellen in diesem Bereich werde durchgezogen. „Das werden nicht weniger sein.“

Generell sieht der HVB-Chef, der sein Amt zum Jahreswechsel angetreten hat, das Institut unter Spardruck. „Wir werden die Kosten hart im Griff halten“, kündigte er an. Zwar habe man im Januar und Februar einen operativen Gewinn erzielt. Das Geschäft bleibe aber schwierig. Man habe im vergangenen Jahr bereits die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle erhöht und werde dies auch heuer tun. „Wir werden mit stark steigenden Insolvenzen rechnen müssen“, warnte Weimer, der erklärte, dass das stärkste Geschäft der Bank das mit Firmen-, nicht mit Privatkunden sei. „Wir sind der Auffassung, dass wir noch lange nicht mit der Krise durch sind.“ Und auch wenn die weltweiten Turbulenzen ausgestanden sind, werde das Bankgeschäft nicht mehr wie früher sein. Es werde eine Renaissance einfacher und verständlicher Produkte geben. „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass wir ertragsmäßig kleinere Brötchen backen.“

Trotz des Verlusts liege die Kernkapitalquote der HypoVereinsbank bei gut 14 Prozent. Als erforderlich für ein stabiles Geschäft gilt ein Wert von sechs bis acht Prozent. Bei Krisenbanken ist diese Kennzahl auch schon unter fünf gelegen. Angesichts dieser vergleichsweise stabilen Ausstattung sei man „nicht annähernd“ in der Situation, Staatshilfen zu beantragen. „Selbst wenn wir wollten, würden wir sie nicht bekommen“, erklärte Weimer. Für den Mutterkonzern der HypoVereinsbank, Unicredit, gilt das allerdings nicht. Dieser hofft auf Milliardenunterstützung.

Obwohl die HypoVereinsbank selbst keinen Bedarf an Staatshilfen sieht, begrüßte Weimer entsprechende Programme. „Der staatliche Rettungsschirm war zur Stabilisierung der Lage und zur Schaffung von Vertrauen unverzichtbar“, sagte Weimer. Er warnte aber: „Diese Eingriffe schaffen immer auch veränderte, auch ungleiche Wettbewerbsbedingungen.“ Er hoffe sehr, dass das staatliche Handeln auf das Notwendige beschränkt bleibe.

von Dominik Müller

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