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Wachsende Konkurrenz durch herkömmliche Supermärkte und Discounter setzt die Bio-Märkte unter Druck.

Mit Übernahmen in eine neue Ära

Nach abgeschlossener Sanierung soll bei Deutschlands zweitgrößter Bio-Supermarktkette Basic eine neue Ära beginnen. Der als Retter engagierte Chef Joachim Kreuzburg räumt seinen Platz und das Münchner Unternehmen plant die Übernahme von Konkurrenten.

Als Joachim Kreuzburg im vergangenen Jahr die Führung bei Basic übernahm, sah es düster aus für das Unternehmen. Nach dem zwischenzeitlichen Einstieg der Schwarz-Gruppe („Lidl“) hatten Lieferanten und Kunden rebelliert, Eigentümer und Manager der Bio-Kette befehdeten sich, Millionenverluste fielen an. Basic stand kurz vor der Insolvenz. Seitdem wurden mehrere Filialen dichtgemacht, 200 Arbeitsplätze abgebaut und fast sieben Millionen Euro Kapital nachgeschossen. So erhielt die Schweizer Asi Nature Holding die Anteilsmehrheit bei Basic und die Bio-Supermarktkette wurde stabilisiert.

Nachdem 2008 ein Verlust von elf Millionen Euro das Unternehmen belastete, wurde in den ersten drei Monaten dieses Jahres wieder ein Vorsteuergewinn erzielt. Etwa 670 000 Euro Plus standen zu Buche, wie Kreuzburg gestern berichtete. Der Umsatz kletterte demnach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp fünf Prozent auf rund 25 Millionen Euro. „Die Restrukturierung ist abgeschlossen“, resümierte der Basic-Chef, der sein Unternehmen nun in einer Position der Stärke wähnt. „Eine Restrukturierung wie bei Basic steht anderen noch bevor“, prophezeite Kreuzburg. Herkömmliche Supermärkte und Discounter würden mit Bio-Sortimenten zunehmend zur Konkurrenz für die Fachhändler werden. Deshalb kämen diese an einer Konsolidierung nicht vorbei. Und Basic wolle dabei eine aktive Rolle spielen. Man sei an Übernahmen von Konkurrenten interessiert, sagte Kreuzburg. „Erste Gespräche sind bereits geführt worden.“ Dem Unternehmen gehe es darum, in Ballungsräumen zu wachsen, in denen es bereits jetzt mit seinen 24 Läden in Deutschland sowie Filialen in Salzburg und Wien vertreten ist. So könnte Basic, das hinter Alnatura die Nummer zwei unter den Bio-Händlern hierzulande ist, auch einen deutlichen Wachstumsschub erfahren. „Wenn alles gut geht, kann man sogar verdoppeln“, sagte Kreuzburg. Zur Finanzierung von Übernahmen sei eine Kapitalerhöhung denkbar. Auch ein Börsengang der bislang an den Aktienmärkten nicht notierten AG sei möglich.

Nach der harten Sanierung, die auch die Kündigung von 40 Mitarbeitern beinhaltete, sind viele Beschäftigte nach wie vor verunsichert, berichtete der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Möhrke. „Es gibt in der Belegschaft Unruhe.“ Diese versuche man herauszubringen. „Das ist im Moment eine große Arbeit.“

Kreuzburg sieht seine Aufgabe als Sanierer von Basic als erfüllt an. Spätestens zum 1. Oktober will er den Posten des Vorstandsvorsitzenden aufgeben. Dann soll der 44-jährige Stephan Paulke die Führung von Basic übernehmen, wie der Aufsichtsrat bekannt gab. Anders als Kreuzburg hat Paulke Erfahrung im Lebensmittelhandel. Er arbeitete bei Mars , Tchibo und Bitburger. Derzeit ist er beim Mineralölkonzern BP tätig. 2007 hatte sich Paulke bereits mehrere Monate bei Basic engagiert, war aber wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die weitere strategische Ausrichtung“ ausgeschieden, wie der Aufsichtsrat mitteilte. Damals war der Einstieg der Schwarz-Gruppe das zentrale Thema bei Basic.

Dominic Müller

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